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Albert I., König der Belgier

Haus: Sachsen-Coburg-Saalfeld

* 08.04.1875 (Brüssel (Palais de la Régence)) – † 17.02.1934 (Marche-les-Dames) · Liebfrauenkirche

Ehen:
1. 02.10.1900 in München · mit Elisabeth Gabriele Herzogin in Bayern
Albert I.
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Albert I. markiert eine bedeutende Epoche innerhalb des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha, wobei seine Regentschaft eng mit den komplexen dynastischen Verflechtungen des europäischen Hochadels verknüpft ist. Als Sohn des Prinzen Philipp, Graf von Flandern, und der Prinzessin Maria Luise von Hohenzollern-Sigmaringen übernahm er die belgische Königswürde von seinem Onkel Leopold II., da die direkte männliche Nachfolge des vorangegangenen Monarchen erloschen war und sein älterer Bruder Baudouin bereits früh verstorben war.

Besondere Relevanz für den süddeutschen Raum erlangte Albert I. durch seine Vermählung mit Elisabeth Gabriele Valerie Therese, Herzogin in Bayern. Diese Verbindung zur bayerischen Linie der Wittelsbacher, konkret zum Hause des wissenschaftlich ambitionierten Herzogs Karl Theodor in Bayern, festigte die familiären Bande zwischen dem belgischen Hof und München nachhaltig. Aus dieser Ehe gingen mit dem späteren König Leopold III., dem Prinzregenten Karl sowie Marie-José, der letzten Königin von Italien, drei Nachkommen hervor, welche die dynastische Kontinuität in verschiedenen europäischen Herrschaftshäusern sicherstellten.

In der historischen Retrospektive wird Albert I. vornehmlich als zentrale Identifikationsfigur des belgischen Widerstandes während des Ersten Weltkriegs wahrgenommen. Seine konsequente militärische Führungsrolle als Oberbefehlshaber der Armee prägte das Bild des souveränen Staatsmannes in Krisenzeiten. Die wissenschaftliche Betrachtung seiner Biografie verdeutlicht, wie eng politische Verantwortung und transnationale Familiennetzwerke im frühen 20. Jahrhundert miteinander verwoben waren, wobei die Allianz mit dem Hause Wittelsbach ein wesentliches Element seiner genealogischen Verortung darstellt.