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Leopold III. (Belgien), König der Belgier

Haus: Sachsen-Coburg und Gothar

* 03.11.1901 (Brüssel) – † 25.09.1983 (Sint-Lambrechts-Woluwe) · Gruft

Leopold III. (Belgien)

Kinder

Keine Kinder erfasst
Leopold III. markierte eine der komplexesten Phasen in der Geschichte des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha, wobei seine Biografie untrennbar mit den dynastischen Wurzeln seiner Mutter, Elisabeth Herzogin in Bayern, verwoben blieb. Als ältester Sohn von König Albert I. übernahm er die Krone in einer Ära tiefgreifender europäischer Umbrüche. Seine erste Vermählung mit Astrid von Schweden aus dem Hause Bernadotte festigte die Bindungen zu den skandinavischen Monarchien, während seine zweite Verbindung mit Lilian Baels, der späteren Prinzessin von Réthy, erhebliche innenpolitische Kontroversen auslöste.

Die historische Rezeption seiner Regentschaft wird maßgeblich von der sogenannten „Königsfrage“ dominiert, die infolge seiner Haltung während der deutschen Besatzung Belgiens im Zweiten Weltkrieg entstand. Seine Entscheidung, nach der militärischen Kapitulation im Land zu verbleiben, anstatt einer Exilregierung beizutreten, führte zu einem tiefen gesellschaftlichen Riss und mündete schließlich in seiner Abdankung zugunsten seines Sohnes Baudouin. Wissenschaftlich betrachtet illustriert sein Werdegang das prekäre Spannungsverhältnis zwischen monarchischer Pflichtauffassung und den sich wandelnden Erwartungen einer parlamentarischen Demokratie.

Abseits der politischen Bühne widmete sich Leopold III. intensiv den Naturwissenschaften, insbesondere der Botanik und Ethnologie. Diese intellektuelle Neigung spiegelt das im Hause Wittelsbach und Sachsen-Coburg häufig anzutreffende Ideal des forschenden Adligen wider.