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Elisabeth Gabriele Herzogin in Bayern, Königin von Belgien

Haus: Wittelsbach Linie: in Bayern

* 25.07.1876 (Possenhofen) – † 23.11.1965 (Brüssel) · Liebfrauenkirche

Ehen:
1. 02.10.1900 in München · mit Albert I.
Elisabeth Gabriele Herzogin in Bayern

Kinder

Elisabeth Gabriele, Herzogin in Bayern, repräsentiert eine außergewöhnliche Persönlichkeit innerhalb der europäischen Herrscherhäuser des 20. Jahrhunderts. Als Tochter von Herzog Carl Theodor in Bayern, einem renommierten Augenarzt, und der Infantin Maria Josepha von Portugal wuchs sie in einem intellektuell anspruchsvollen und karitativ geprägten Umfeld auf. Diese Herkunft legte den Grundstein für ihr lebenslanges Engagement in den Bereichen Medizin, Kunst und Völkerverständigung.

Durch ihre Heirat mit Prinz Albert von Belgien, dem späteren König Albert I., wurde sie zur Königin der Belgier. Ihre Rolle während des Ersten Weltkriegs, in dem sie sich aktiv in der Krankenpflege engagierte und als „Königin-Krankenschwester“ (Reine-infirmière) zur Symbolfigur des belgischen Widerstandswillens avancierte, festigte ihre tiefe Verbundenheit mit dem belgischen Volk.

In der Zwischen- und Nachkriegszeit entfaltete sie ein weitreichendes Mäzenatentum. Sie förderte bedeutende Wissenschaftler wie Albert Einstein und hielt Kontakt zu intellektuellen Größen wie Albert Schweitzer. Ihr besonderes Interesse galt der Musik, was sich in der Gründung des renommierten „Concours Musical Reine Elisabeth“ manifestierte. In ihren späten Jahren trat sie zudem als engagierte Pazifistin in Erscheinung. Trotz politischer Kontroversen im Kontext des Kalten Krieges suchte sie den Dialog mit Staaten jenseits des Eisernen Vorhangs, was ihr in der Presse den Beinamen „die rote Königin“ einbrachte. Ihr Leben und Wirken dokumentieren den Wandel einer dynastischen Repräsentantin hin zu einer eigenständigen, kulturell und sozial engagierten Akteurin der Moderne.