Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Anna von der Pfalz, Herzogin von Berg

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz

* 1346 – † 30.11.1415 (Düsseldorf)

Anna von der Pfalz

Kinder

Keine Kinder erfasst
Anna von der Pfalz war eine Schlüsselfigur in der spätmittelalterlichen Bündnispolitik des Hauses Wittelsbach. Als Tochter des Kurfürsten Rudolf II. und der Anna von Kärnten-Tirol wurde sie in eine Zeit hineingeboren, in der die Pfälzer Linie der Wittelsbacher nach höchster Anerkennung im Reich strebte. Ihr Schicksal sollte diese Ambitionen durch eine der glanzvollsten Hochzeiten des 14. Jahrhunderts besiegeln.

Durch ihre Vermählung mit dem böhmischen König und späteren Kaiser Karl IV. wurde sie zur Königin von Böhmen und zur römisch-deutschen Königin. Diese Verbindung war politisch von enormer Tragweite: Sie beendete vorerst die tiefen Spannungen zwischen den Luxemburgern und den Wittelsbachern. Für Anna bedeutete dies den Aufstieg in den engsten Kreis der europäischen Machtzentren. An der Seite Karls IV. repräsentierte sie das Reich und trug dazu bei, die Stellung ihrer Familie im Gefüge der Kurfürsten zu festigen.

Obwohl ihre Zeit als Königin nur von kurzer Dauer war, blieb ihr Einfluss durch ihre Nachkommen und die dynastische Verknüpfung bestehen. Sie war die Mutter des Thronfolgers Wenzel, dessen Geburt die Hoffnungen des Kaiserhauses auf eine stabile Nachfolge nährte. In den Chroniken wird sie als eine pflichtbewusste und würdevolle Regentin beschrieben, die den schwierigen Spagat zwischen ihrer pfälzischen Herkunft und den Erwartungen des Prager Hofes meisterte.

In der Stadtgeschichte Münchens und der Pfalz wird Anna als jene Wittelsbacherin erinnert, die die Krone des Heiligen Römischen Reiches trug und damit den Namen ihres Hauses in die höchsten Ebenen der damaligen Weltpolitik trug. Ihr Leben verdeutlicht, wie sehr die bayerischen und pfälzischen Lande bereits im Mittelalter durch familiäre Bande mit den Zentren der Macht in Prag und Wien verwoben waren.