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Eugène de Beauharnais

Haus: Beauharnais

* 03.09.1781 (Paris) – † 21.02.1824 (München) · St. Michael

Ehen:
1. — · mit Auguste Amalie
Eugène de Beauharnais
Herrscher
1805-1814 Vizekönig von Italien
1817 Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Eugène de Beauharnais war eine der schillerndsten und zugleich tragischsten Figuren der napoleonischen Ära, dessen Lebensweg ihn von den Schlachtfeldern Europas direkt in das Herz der Münchner Stadtgesellschaft führte. Als Sohn von Joséphine de Beauharnais und Stiefsohn Kaiser Napoleons I., der ihn später adoptierte, stieg er in höchste politische Kreise auf. Sein Schicksal wurde untrennbar mit Bayern verknüpft, als Napoleon ihn aus strategischen Gründen mit der bayerischen Prinzessin Auguste Amalie verheiratete – eine Verbindung, die das junge bayerische Königreich fest an das französische Kaiserreich binden sollte.

In Italien wirkte Eugène als loyaler Vizekönig und bewies dort großes administratives Geschick und militärische Tapferkeit. Trotz der politischen Motivation seiner Ehe entwickelte sich zwischen ihm und Auguste eine tiefe, von gegenseitigem Respekt geprägte Liebe. Nach dem Sturz Napoleons fand Eugène Zuflucht in der Heimat seiner Frau. Sein Schwiegervater, König Maximilian I. Joseph, verlieh ihm den Titel eines Herzogs von Leuchtenberg und Fürsten von Eichstätt, um ihm eine standesgemäße Existenz in Bayern zu ermöglichen.

In München hinterließ Eugène bleibende Spuren. Er ließ durch den berühmten Architekten Leo von Klenze das Palais Leuchtenberg am Odeonsplatz errichten, das zum Mittelpunkt eines glanzvollen gesellschaftlichen Lebens wurde. Als Mäzen förderte er die Künste und Wissenschaften und integrierte sich trotz seiner französischen Herkunft bemerkenswert schnell in den bayerischen Adel. Seine Kinder wurden durch geschickte Heiratspolitik Teil der bedeutendsten europäischen Dynastien, was den Namen Leuchtenberg international festigte.

Eugène de Beauharnais verstarb in München und wurde in der St. Michaelskirche beigesetzt, wo ein beeindruckendes Grabmal von Bertel Thorvaldsen an ihn erinnert. Für die Münchner Stadtgeschichte bleibt er der „bayerische Franzose“, der als Brückenbauer zwischen den Kulturen galt und dessen Erbe in der Architektur und den weitreichenden familiären Verbindungen des Hauses Wittelsbach-Leuchtenberg bis heute fortlebt.