Kunigunde von Österreich
* 16.03.1465 (Wiener Neustadt) – † 06.08.1520 (München) München /Frauenkirche
Kinder
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Sidonia Herzogin von Bayern
(1488–1505)
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Sibylle von Bayern Kurfürstin von der Pfalz
(1489–1519)
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Sabina Herzog von Bayern
(1492–1564)
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Wilhelm IV. der Standhafte Herzog von Bayern
(1493–1550)
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Ludwig X. Herzog von Bayern
(1495–1545)
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Susanna Herzogin von Bayern
(1499–1500)
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Ernst Herzog von Bayern
(1500–1560)
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Susanna Herzogin von Bayern
(1502–1543)
In München wurde Kunigunde schnell zu einer zentralen politischen Akteurin. Sie war weitaus mehr als nur eine Gemahlin an der Seite Albrechts; sie agierte als kluge Vermittlerin in den ständigen Konflikten zwischen ihrem Ehemann und ihrem kaiserlichen Vater sowie später ihrem Bruder, Kaiser Maximilian I. Ihr diplomatisches Geschick trug maßgeblich dazu bei, dass Bayern nach dem Landshuter Erbfolgekrieg nicht zerrissen wurde, sondern als gestärktes Territorium aus der Krise hervorging.
Für die bayerische Verfassungsgeschichte ist sie von unschätzbarem Wert, da sie die Einführung der Primogenitur (der Erbfolge des erstgeborenen Sohnes) im Jahr 1506 unterstützte. Dieses Gesetz beendete die jahrhundertelangen Teilungen Bayerns und legte den Grundstein für die Einheit und Macht des modernen bayerischen Staates. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1508 zog sie sich in das von ihr mitbegründete Püttrichkloster in München zurück, blieb aber bis zu ihrem Tod eine geschätzte Beraterin ihrer Söhne Wilhelm IV. und Ludwig X.
Ihr Erbe ist in München noch heute präsent. Sie war eine große Förderin der Künste und der Kirche und prägte das religiöse Leben der Stadt im Vorfeld der Reformation. Kunigunde von Österreich verstarb 1520 in München und wurde in der Frauenkirche beigesetzt. Sie bleibt als die Frau in Erinnerung, die durch ihre Herkunft aus dem Haus Habsburg und ihre Loyalität zu Bayern die Brücke zwischen Kaiserreich und Herzogtum schlug und so die Souveränität Münchens sicherte.
Kunigunde, Tochter Kaisers Friedrich III (IV), geb. in Wienerisch-Neustadt am 16. März 1465, verl. in Innsbruck am 30. Aug.1) und wieder am 17. Dez. 1486, verm. daselbst am 3. Jan. 1487.
Als Wittwe begab sich Kunigunde am 2. April 1508 in’s St. Christoph-Kloster (PüttrichRegelhaus) zu München, starb daselbst am 6. Aug.s) 1520 im Gerüche der Heiligkeit und ruht neben ihrem Gemahle.
NB. Schleissh. Gall. Portrait von B. Beham Nr. 316 und ein anderes von unbekannter Hand im Saale I der Renaissance des bayer. Nat. Mus.
| 🏰 | 01.01.1508 |
Klostereintritt
St.-Christoph-Kloster (Püttrich-Regelhaus, Ecke Perusastraße/Max-Joseph-Platz). |