Ernst, Herzog von Bayern
* 13.06.1500 (München) – † 07.12.1560 (Glatz) München /Frauenkirche
Kinder
Bereits in jungen Jahren wurde Ernst zum Administrator von Passau ernannt, später übernahm er zudem die Leitung des Erzbistums Salzburg. Seine Amtszeit war geprägt von den massiven religiösen und sozialen Spannungen der Reformationszeit. In Salzburg sah er sich mit den weitreichenden Forderungen aufständischer Bauern und der Ausbreitung der lutherischen Lehre konfrontiert. Ernst agierte hierbei als Vertreter der katholischen Restauration, wobei er jedoch auch ein ausgeprägtes Interesse an wirtschaftlichen Fragen und der Modernisierung der Verwaltung zeigte.
Trotz seiner hohen kirchlichen Ämter empfing Ernst nie die höheren Weihen, was seinen Status als „weltlich“ orientierten Kirchenfürsten unterstrich. Sein Rückzug aus der aktiven Bistumsverwaltung und der spätere Wechsel in die Grafschaft Glatz markierten einen Wendepunkt. Dort widmete er sich verstärkt dem Ausbau seiner Herrschaft und wirtschaftlichen Unternehmungen, insbesondere im Bergbau und im Glashüttenwesen. Als bedeutender Kunstmäzen förderte er zudem zahlreiche Bauprojekte und Künstler, wodurch er das kulturelle Erbe seiner Region nachhaltig prägte. Sein Wirken verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen dynastischem Machtanspruch und den Herausforderungen einer sich im Umbruch befindlichen Kirche.
Ernst, geb. in München am 13. Juni 1500, Domherr in Köln, Würzburg, Eichstädt und Mainz, wird im Frühjahr oder Sommer 1517 ) Koadjutor des Bischofs Wigulaeus von Passau, 6. Novbr. gl. Js. Bisthums-Administrator, dann 1521 Dompropst in Eichstädt (resignirt als solcher u. als Domherr zu Eichstädt am 1. Juni 1545). Am 13. März 1540 zum Koadjutor und im Frühsommer gl. Js. zum Erzbischof von Salzburg postulirt, ) konnte er sich nicht zum Empfange der Weihen entschliessen, resignirte auf das Erzstift und alle seine geistl. Pfründen am 16. Juli 1554 und starb am 7. Dez. 1560 auf dem Schlosse zu Glatz in Schlesien. Begr. liegt er bei U. L. Frau in München (in der grossen Tumba).
Devise: Boni Pastoris est tondere pecus, non deglubere.
NB. Schleissh. Gall. Bild von B. Beham N. 319.