Johann Georg von Dillis
| Geboren | 26.12.1759 [Gmain bei Schwindkirchen, heute Dorfen] |
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| Gestorben | 28.9.1841 [München] |
| Beruf | Zentralgaleriedirektor, Landschaftsmaler, Radierer |
Johannes Wölffle (1807-1893), , Druckgraphik nach Liberat Hundertpfund (1806 - 1878), Johann Georg von Dillis - Maler, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Johann Georg von Dillis fungierte als zentrale Gestalt in der Genese der Münchner Kunstlandschaft des 19. Jahrhunderts, wobei er eine außergewöhnliche Doppelfunktion als ausübender Künstler und einflussreicher Kunstadministrator einnahm. Ursprünglich für eine geistliche Laufbahn vorgesehen, wandte er sich nach dem Theologiestudium der bildenden Kunst zu und profilierte sich schnell als wegweisender Vertreter der realistischen Landschaftsmalerei. Sein künstlerisches Schaffen, das durch eine intensive Naturbeobachtung und die Pflege der Freilichtmalerei geprägt war, legte das Fundament für die Schule der Münchner Landschaftsmaler und beeinflusste Generationen nachfolgender Künstler nachhaltig.
Über seine rein schöpferische Tätigkeit hinaus erlangte Dillis eine herausragende Stellung als Berater und Vertrauter des bayerischen Königs Ludwig I. In seiner Funktion als Professor an der Akademie der Bildenden Künste und später als Direktor der königlichen Zentralgemäldegalerie gestaltete er maßgeblich die bayerische Kunstpolitik und die systematische Erweiterung der staatlichen Sammlungen. Seine Expertise war entscheidend für den Erwerb bedeutender europäischer Meisterwerke und die konzeptionelle Ausrichtung der Alten Pinakothek.
Die wissenschaftliche Einordnung seines Wirkens unterstreicht seine Rolle als Vermittler zwischen künstlerischer Innovation und institutioneller Tradition, wodurch er Münchens Aufstieg zu einer europäischen Kunstmetropole maßgeblich beförderte. Durch seine Nobilitierung und seine tiefe Verwurzelung im bayerischen Wissenschafts- und Kulturbetrieb stellt er einen wesentlichen Knotenpunkt innerhalb der bayerischen Geistesgeschichte dar, dessen Einfluss weit über seine eigene künstlerische Produktion hinausreichte.
Grabstätte
Alter Südlicher Friedhof
Sektion: 13 – Reihe: 02 – Nummer: 23
* 26.12.1759 (Gmain (Schwindkirchen))
† 28.9.1841 (München)