Ludwig Philipp Pfalzgraf

Ludwig Philipp, Pfalzgraf

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Simmern-Kaiserslautern

* 23.11.1602 (Heidelberg) – † 08.01.1655 (Crossen)

Ehen:
1. 04.12.1631 in Cölln an der Spree · mit Marie Eleonore
Ludwig Philipp

Kinder

Pfalzgraf Ludwig Philipp von Simmern war ein bedeutender Vertreter der pfälzischen Wittelsbacher und spielte eine zentrale Rolle während des Dreißigjährigen Krieges. Als Sohn des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz und der Louise Juliana von Oranien-Nassau war er der jüngere Bruder des „Winterkönigs“ Friedrich V. Sein Lebensweg war untrennbar mit den Aufstiegen und Krisen des protestantischen Lagers im Heiligen Römischen Reich verknüpft.

Nach der Ächtung seines Bruders und dem Verlust der pfälzischen Stammlande übernahm Ludwig Philipp eine wichtige Funktion bei der Rückgewinnung und Verwaltung der besetzten Gebiete. Unter dem Schutz der schwedischen Krone wurde er zum Administrator der Kurpfalz ernannt. In dieser Position versuchte er, die protestantische Ordnung wiederherzustellen und die verwüsteten Territorien administrativ zu festigen. Sein diplomatisches und militärisches Engagement führte ihn durch ganz Europa, wobei er stets die Interessen seines Hauses und der reformierten Konfession vertrat.

Durch seine Vermählung mit Marie Eleonore von Brandenburg festigte er die Allianz mit den Hohenzollern. Als Vater des späteren Ludwig Heinrich sicherte er den Fortbestand der Linie Pfalz-Simmern in einer Zeit existenzieller Bedrohung. Er war zudem Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“, in der er als „Der Gefährliche“ geführt wurde – ein Name, der auf seine Standhaftigkeit in kriegerischen Zeiten anspielte. Sein Wirken war entscheidend für den Erhalt der pfälzischen Ansprüche bis zum Westfälischen Frieden. Er verstarb in Kaiserslautern und hinterließ ein Erbe, das den Wiederaufbau der Pfalz in der Nachkriegszeit ermöglichte.