Anna Pfalzgräfin bei Rhein

Anna, Pfalzgräfin bei Rhein

Haus: Wittelsbach Linie: Jülich-Kleve-Berg

* 01.03.1552 (Kleve) – † 16.10.1632 (Höchstädt an der Donau) Lauingen /Kirche St. Martin in Lauingen

Ehen:
1. 10.03.1552 in Kleve · mit Philipp Ludwig
Anna
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Anna von Jülich-Kleve-Berg verkörpert die dynastische Verflechtung bedeutender rheinischer Territorien mit dem bayerischen Herzogshaus im ausgehenden 16. Jahrhundert. Als Tochter des Herzogs Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und der Erzherzogin Maria von Österreich stand sie im Zentrum einer Allianzpolitik, die den katholischen Glauben und die politische Stabilität im Heiligen Römischen Reich festigen sollte.

Ihre Vermählung mit Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg war ein kirchenpolitisch und territorialgeschichtlich bedeutsames Ereignis. Diese Verbindung stärkte die Position des Hauses Pfalz-Neuburg erheblich, da Anna nach dem kinderlosen Tod ihres Bruders Miterbin der strategisch wichtigen Herzogtümer am Niederrhein wurde. Der daraus resultierende Jülich-Klevische Erbfolgestreit sollte die europäische Diplomatie über Jahrzehnte beschäftigen.

In ihrer Rolle als Pfalzgräfin wirkte sie über das rein Repräsentative hinaus. Sie galt als fromme und pflichtbewusste Landesmutter, die den Ausbau der Residenz Neuburg an der Donau begleitete. Durch ihre Herkunft und ihre Nachkommen sicherte sie den Fortbestand einer Linie, die später für die bayerische Landesgeschichte von zentraler Relevanz wurde. Ihr Leben illustriert exemplarisch, wie weibliche Biografien des Hochadels als Bindeglied zwischen regionaler Herrschaft und europäischer Machtpolitik fungierten.