Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Maria Antonia von Österreich, Kurfürstin von Bayern

Haus: Habsburg Linie: Bayern

* 18.01.1669 (Wien) – † 24.12.1692 (Wien)

Ehen:
1. 15.07.1685 in Wien · mit Maximilian II. Emanuel
Maria Antonia von Österreich
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Maria Antonia von Österreich war eine Schlüsselfigur in der europäischen Heiratspolitik des Barock, deren kurzes Leben die bayerischen Ansprüche auf das spanische Welterbe zementierte. Als Tochter Kaiser Leopolds I. und der spanischen Infantin Margareta Theresa brachte sie durch ihre Vermählung mit dem bayerischen Kurfürsten Max Emanuel die Hoffnung auf eine immense Machtsteigerung des Hauses Wittelsbach nach München. Diese Ehe war das Ergebnis jahrelanger diplomatischer Verhandlungen und sollte den Weg für eine bayerische Nachfolge auf dem spanischen Thron ebnen.

In München wurde sie mit außerordentlichem Jubel empfangen, doch ihr Leben am kurfürstlichen Hof war von Melancholie und den starren Regeln des spanischen Hofzeremoniells geprägt, das sie zeitlebens beibehielt. Maria Antonia galt als sehr fromm und zurückhaltend, was in starkem Kontrast zu der prachtliebenden und bisweilen unsteten Natur ihres Ehemanns stand. Trotz dieser persönlichen Differenzen war ihre politische Bedeutung für Bayern kaum zu überschätzen: In ihrem Ehevertrag war ausdrücklich ihr Erbrecht auf die spanischen Lande festgehalten worden, was München in das Zentrum der damaligen Weltpolitik rückte.

Die Geburt ihres Sohnes Joseph Ferdinand schien das Schicksal der Dynastie zu krönen, da das Kind im Londoner Traktat als Erbe des spanischen Weltreichs anerkannt wurde. Maria Antonia erlebte diesen politischen Triumph jedoch kaum noch mit; sie verstarb kurz nach der Entbindung in der Münchner Residenz. In der Stadtgeschichte bleibt sie als die Kaiserstochter in Erinnerung, die das bayerische Herrscherhaus an die Schwelle zur Weltmacht führte. Ihr tragisch früher Tod und der bald darauf folgende Verlust ihres Sohnes machten die Träume von einem wittelsbachischen Weltreich zunichte, doch ihr Name steht bis heute für eine Epoche, in der München als „Hauptstadt von Spanien“ in Reichweite schien.