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Sophie Charlotte Auguste, Herzogin von Alençon

Haus: Wittelsbach Linie: in Bayern

* 22.02.1847 (München) – † 04.05.1897 (Paris) · Dreux (Chapelle royale Saint-Louis)

Ehen:
1. 28.09.1868 in Possenhofen (Schlosskapelle) · mit Ferdinand Philipp
Sophie Charlotte Auguste

Kinder

Sophie in Bayern, innerhalb der Familie oft „Sopherl“ genannt, war die jüngste Tochter von Herzog Max in Bayern und seiner Gattin Ludovika. Als Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich und der Königin Marie Sophie beider Sizilien wuchs sie im Palais an der Ludwigstraße und auf Schloss Possenhofen auf. Ihr Lebensweg ist einer der bewegtesten innerhalb der wittelsbachischen Familie und eng mit den romantischen wie tragischen Mythen des 19. Jahrhunderts verknüpft.

Besondere Bekanntheit erlangte sie durch ihre Verlobung mit ihrem Cousin, dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II. Diese Verbindung zweier so exzentrischer und sensibler Persönlichkeiten faszinierte die Münchner Öffentlichkeit, wurde jedoch nach mehrmaliger Verschiebung vom König gelöst – ein Ereignis, das Sophie tief kränkte und für erhebliches Aufsehen in der Stadtgesellschaft sorgte. Schließlich fand sie ihr privates Glück in der Vermählung mit Ferdinand von Alençon, einem Enkel des französischen Königs Louis-Philippe. Damit wurde sie Teil des Hauses Orléans und lebte fortan vorwiegend in Frankreich, blieb aber durch regelmäßige Besuche ihrer bayerischen Heimat stets eng verbunden.

Sophie war eine Frau von tiefer Frömmigkeit und sozialem Verantwortungsbewusstsein. Ihr Leben endete in einer heroischen Tragödie, die sie weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt machte: Beim Brand des Bazar de la Charité in Paris weigerte sie sich, das Gebäude zu verlassen, bevor nicht alle anderen Frauen und Helferinnen gerettet waren. Sie kam in den Flammen ums Leben, was in ganz Europa Bestürzung auslöste.