Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Karl III. Philipp von der Pfalz, Kurfürst

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz

* 04.11.1661 (Neuburg a.d. Donau) – † 31.12.1742 (Mannheim) · Krypta der Schlosskirche

Ehen:
1. — · mit Violante Maria Theresa von Thurn und Taxis
2. 10.08.1688 in Berlin · mit Luise Charlotte Radziwill
3. 15.12.1701 in Krakau · mit Theresa Katharina Lubomirska
Karl III. Philipp von der Pfalz

Kinder

Karl III. Philipp war der letzte Kurfürst aus der Linie Pfalz-Neuburg und eine der prägendsten Gestalten für die kulturelle und politische Identität der Kurpfalz im 18. Jahrhundert. Als Sohn von Philipp Wilhelm und Bruder zahlreicher europäischer Königinnen trat er ein schwieriges Erbe an, das durch die Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekriegs und religiöse Spannungen gezeichnet war. Seine Regierungszeit ist untrennbar mit dem Umzug der Residenz von Heidelberg nach Mannheim im Jahr 1720 verbunden, der aus einem heftigen Streit mit den Heidelberger Protestanten über die Nutzung der Heiliggeistkirche resultierte.

In Mannheim schuf er eine der modernsten und prächtigsten Barockstädte Europas. Er vollendete den Bau des Mannheimer Schlosses, das flächenmäßig zu den größten der Welt gehört, und legte damit den Grundstein für das „Athen der Pfalz“, das unter seinem Nachfolger Karl Theodor eine kulturelle Blütezeit erleben sollte. Trotz seiner streng katholischen Haltung war er ein Förderer der Wissenschaft und Kunst, was Mannheim zu einem Zentrum der europäischen Aufklärung und Musik machte.

Für die Stadtgeschichte Münchens und den bayerischen Stammbaum ist Karl III. Philipp von entscheidender Bedeutung, da er ohne männliche Erben blieb. Sein gesamtes politisches Bestreben in den späteren Regierungsjahren galt der Absicherung der Wittelsbacher Hausunion. Durch die Verheiratung seiner Enkelin Elisabeth Auguste mit dem Sulzbacher Erben Karl Theodor stellte er sicher, dass die Kurpfalz und später auch Bayern in der Hand der Wittelsbacher blieben. Sein Tod im Jahr 1472 markierte das Ende der Neuburger Linie und den Aufstieg der Sulzbacher, die schließlich die Residenz von Mannheim nach München verlegten.

Er verstarb in Mannheim und wurde in der dortigen Jesuitenkirche in einer prunkvollen Gruft beigesetzt. Karl III. Philipp bleibt als der eigenwillige und baufreudige Fürst in Erinnerung, der die Kurpfalz stabilisierte und durch sein dynastisches Vermächtnis die spätere Vereinigung der pfälzischen und bayerischen Lande erst ermöglichte.