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Ruprecht II. der Harte, Kurfürst von der Pfalz

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz

* 12.05.1325 (Amberg) – † 06.01.1398 (Amberg)

Ehen:
1. — · mit Beatrix von Sizilien-Aragon
Ruprecht II.

Kinder

Ruprecht II. von der Pfalz, aufgrund seiner harten Regierungsführung oft „der Harte“ genannt, war von 1390 bis 1398 Kurfürst von der Pfalz. Er wurde 1325 in Amberg als Sohn des Pfalzgrafen Adolf und der Irmengard von Oettingen geboren. Da sein Vater früh verstarb, wuchs er unter der Vormundschaft seiner Onkel Rudolf II. und Ruprecht I. auf, denen er schließlich auf dem Thron folgte.

Seine Regierungszeit war geprägt von dem Bemühen, die von seinem Vorgänger geschaffene territoriale Einheit der Pfalz mit allen Mitteln zu verteidigen und auszuweiten. Ruprecht II. galt als ein Herrscher, der wenig Kompromisse einging und politische Konflikte oft mit militärischer Gewalt oder harten rechtlichen Maßnahmen löste. Dies brachte ihm zwar den Respekt seiner Gegner, aber auch den Ruf eines unnachgiebigen Herrschers ein.

Ein dunkles Kapitel seiner Herrschaft war die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Pfalz im Jahr 1391. Er konfiszierte deren Besitztümer und übertrug einen Großteil davon der Universität Heidelberg. Auch gegenüber der Kirche verfolgte er eine strikte Politik, um die weltliche Macht des Kurfürsten gegenüber den geistlichen Fürstentümern in der Region, wie den Bistümern Speyer und Worms, zu behaupten.

Trotz seiner harten Art war er ein loyaler Förderer der von seinem Onkel gegründeten Universität Heidelberg. Er sicherte ihre finanzielle Ausstattung und sorgte dafür, dass sie sich zu einer festen Institution im Reich entwickelte. In seiner Außenpolitik war er ein enger Verbündeter des Hauses Luxemburg und unterstützte König Wenzel, bis sich die politischen Verhältnisse gegen Ende seines Lebens änderten.

Aus seiner Ehe mit Beatrix von Sizilien-Aragon ging sein Sohn Ruprecht III. hervor, der später zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Ruprecht II. verstarb 1398 in Amberg und wurde im Zisterzienserkloster Schönau bei Heidelberg beigesetzt. Er hinterließ seinem Sohn ein gefestigtes, wenn auch durch seine harte Hand geprägtes Territorium, das bereit war, eine führende Rolle in der Reichspolitik zu übernehmen.