Elisabeth Pfalzgräfin

Elisabeth, Pfalzgräfin

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Simmern

* 30.06.1540 (Birkenfeld) – † 08.02.1594 (Wiener Neustadt) Coburg /Moritzkirche

Ehen:
1. 12.06.1558 in Weimar · mit Johann Friedrich II
Elisabeth

Kinder

Elisabeth von der Pfalz war eine zentrale Akteurin in den dynastischen und konfessionellen Netzwerken des 16. Jahrhunderts. Als Tochter des Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz entstammte sie dem Hause Wittelsbach und wuchs in einem Umfeld auf, das durch den Übergang ihres Vaters zum Calvinismus geprägt war.

Durch ihre Vermählung mit Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen wurde sie zur Herzogin von Sachsen. Diese Verbindung sollte das politische Bündnis zwischen der Kurpfalz und den ernestinischen Wettinern festigen. Ihr Leben wurde jedoch maßgeblich durch den politischen tiefen Fall ihres Gemahls infolge der Grumbachschen Händel erschüttert. Nach der Verhängung der Reichsacht und der lebenslangen Gefangennahme ihres Mannes bewies Elisabeth außergewöhnliche Standhaftigkeit. Sie begleitete ihn freiwillig in die Haft nach Wiener Neustadt und widmete sich dort über Jahrzehnte der Erziehung ihrer Söhne sowie dem Bemühen um die Rehabilitation ihrer Familie.

Ihre historische Bedeutung liegt insbesondere in ihrer Rolle als Bewahrerin der dynastischen Kontinuität unter widrigsten Umständen. Es gelang ihr, die Ansprüche ihrer Söhne auf die sächsischen Erblande zu sichern, wodurch sie zur Stammmutter der späteren ernestinischen Linien (Sachsen-Coburg, Sachsen-Weimar) wurde. Ihr Wirken steht exemplarisch für die Loyalität und das diplomatische Geschick hochadeliger Frauen, die selbst im politischen Exil den Fortbestand ihres Hauses sicherten.