Geschichte - Passau

Zeitensprünge





  • Freising - Salzburg - Regensburg - Passau * Herzog Theodo teilt das Herzogtum Baiern unter seinen vier Söhnen Theodebert, Grimoald, Theodold und Tassilo auf.

    Vermutlich residiert Tassilo im Teilherzogtum Passau, Theodebert in Salzburg, Grimoald in Freising und Theodold in Regensburg. 


  • Freising * Der Weinanbau in Freising ist urkundlich belegt.

    Bischof Arbeo nennt Altbayern ein „mit Wein wohlversehenes Land“. Bis in die Gegend des Tegernsees und Schliersees, am Staffelsee und Chiemsee, bei Adelholzen und Traunstein, bei Tölz und Lenggries wird Wein angebaut.

    Das „Kerngebiet“ des regionalen Landweins, des sogenannten „Baierweins“, liegt an den Hängen der Donau, bei Regensburg, Kehlheim und Donaustauf vor allem.

    Von der Donau aus schiebt sich der Weinbau in die Seitentäler der Wörnitz, der Altmühl, der Naab und des Regen hinein. Im schwäbischen Donauwörth, bei Straubing und Passau, an den Ufern von Isar und Inn, an Salzach und Rott wird Wein angebaut. Landshut und die untere Isar sind Zentren des Weinanbaus, deren besten Gewächse noch bis ins 17. Jahrhundert in die „Hofkeller der Münchner Residenz“ wandern.


  • Passau * Der 15-jährige baierische Herzog Meinhard III. wird in Passau mit der 13-jährigen Herzogin Margarete von Österreich verheiratet.


  • Wien - Krems - Melk - Linz - Passau * Kaiser Leopold verlässt fluchtartig - gemeinsam mit seiner Gemahlin Eleonore von Pfalz-Neuburg - seine Residenzstadt.

    69 Kaleschen [= vierrädrige leichte Kutschen] und 32 schwere Wagen für den Kaiser und 33 Kaleschen, 22 schwere Wagen und 203 leichte Wagen für die Prinzessinnen und Prinzen verlassen samt dem Hofstaat die vor der Belagerung stehende Stadt.

    Die Flucht führte zunächst nach Krems und von dort über Melk und Linz per Schiff nach Passau. 


  • Passau * Die Stadt Passau kapituliert vor den baierischen Truppen. 

    Anschließend fällt die Baiern-Armee in Oberösterreich ein.


  • München * Der „Münchner Verschwörerkreis“ hat sich um den „Eisenhändler“ und „Mitglied des Äußeren Rats“ Sebastian Senser, den „Gastwirt“ Franz Mader, die „Hofköche“ Kaspar Eckart und Sebastian Engelhart, den „Registratur-Adjukt“ Ignaz Haid, den „Studenten“ Anton Passauer und den im Lehel wohnenden „Aujäger“ Franz Daiser erweitert. 

    Eine weitere Anwerbung findet weder bei den „Studenten“, noch bei den „Hofbediensteten“ Anklang.


  • München * Gegen 6 Uhr wird ein Tambour von den Anführern der Aufständischen vor das Sendlinger Tor geschickt. Er soll die Kaiserliche Administration zur Übergabe der Stadt auffordern, wird aber von den Kaiserlichen nicht angehört und muss unverrichteter Dinge wieder abziehen. 

    Die Beamtenführung in Untersendling gibt das Unternehmen daraufhin verloren und zieht ab. Mit ihnen auch Hauptmann Jean Philipp Gauthier, Leutnant Johann Houis, der Tölzer Pflegskommissär Joseh Ferdinand Dänkel und die gesamte BauernreitereiNur der Münchner Jägerwirt Johann Jäger, der Student Anton Passauer, Hauptmann Matthias Mayer und Landleutnant xxxxxx Heller verbleiben bei den Oberländern


  • Untersendling * Gegen 10 Uhr sind die Aufständischen in Untersendling vollkommen eingeschlossen. Angesichts der anrückenden Kaiserlichen Armee ergreift der Student Anton Passauer die Flucht. Der Jägerwirt Johann Jäger aus München legt sich als Kranker in der Wirtschaft ins Bett.

    In dieser Notsituation wird Hauptmann Matthias Mayer wieder das Oberkommando der Aufständischen-Armee übertragen. Ihm bleibt nur noch die undankbare Aufgabe, sein eigenes und das Leben seiner Mitstreiter zu retten.

    • Dazu lässt er Chamade schlagen und durch einen Tambour an Generalwachtmeister Georg Friedrich von Kriechbaum melden, dass sich die Führer auf „Gnade oder Ungnade“ ergeben.
    • Er bittet zudem, den Bauern das Leben zu schenken.
    • General von Kriechbaum fordert daraufhin die Anführer der Oberländer auf, ihre Waffen niederzulegen. 

    Als Matthias Mayer, Johann Clanze und xxxxx Heller das Dorf verlassen, drängen auch die Bauern hinter ihnen auf das freie Feld, legen ihre Waffen nieder und bitten um Gnade. 

    Die Kaiserliche Kavallerie stürzt sich nun aber auf die Wehrlosen und haut sie nieder. Im Anschluss daran feuert die Infanterie auch noch zwei oder drei Salven in den Haufen. Diejenigen, die noch leben oder fliehen können, werden von den Kaiserlichen gnadenlos verfolgt und niedergestreckt. Selbst die Kirche ist kein sicherer Zufluchtsort. 


  • Lunéville * Zu den Gewinnern des Friedensvertrages von Lunéville gehört auch der baierische Kurfürst Max IV. Joseph. Denn dem genannten Verlust von 200 Quadratmeilen und 730.000 Einwohnern steht ein Gewinn von 288 Quadratmeilen und 843.000 Einwohnern gegenüber.

    Das Kurfürstentum Baiern erhält die Hochstifte Freising, Augsburg, Bamberg und Würzburg, Teile der Hochstifte Eichstätt und Passau, dreizehn Reichsabteien und fünfzehn Reichsstädte in Franken und Schwaben. Freilich noch nicht die Großen: Augsburg und Nürnberg. Baiern kann sich dadurch jedoch territorial maßgeblich erweitern. 


  • München-Kreuzviertel * Das Münchner „Augustinerkloster“ wird als „Zentralkloster“ für alle „Augustiner-Eremiten“ in „Kurbaiern“ genutzt. 

    So werden hier die vormaligen „Konvente“ aus Ingolstadt, Passau, Seemannshausen und Schönthal vereinigt.
    Jene „Kleriker“, die noch nicht die „ewige Profess“ geleistet haben, werden freilich sofort aus dem Orden entlassen. 


  • Regensburg * Die „Reichsdeputation“ beschließt in seiner 30. Sitzung den „Reichsdeputationshauptschluss“

    Dieser bildet die Grundlage für die Aufhebung der „Geistigen Staaten“ und der „Landsässigen Klöster“, die der „freien und vollen Disposition der respectiven Landesherren“ überlassen werden.

    Baiern vollzieht daraufhin offiziell die Inbesitznahme der ihm zugeteilten Territorien: 

    • Die „Fürstbistümer“ Freising, Augsburg, Bamberg, Würzburg
    • sowie „Teile der Fürstbistümer“ Eichstätt, Passau und Salzburg.

    Damit werden große Teile Schwabens und Frankens baierisch.


  • Regensburg * Die letzte Tagung des „Immerwährenden Reichstags“ befasst sich mit der Annahme des „Reichsdeputationshauptschlusses“.  

    Es ist das letzte bedeutende Gesetz des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ und behandelt die Neuordnung des Reiches.

    Im „Reichsdeputationshauptschluss“ erfolgt die „Kompensation“ für die Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich.  
    Grundlage für den Text ist ein im Juni 1802 zwischen Frankreich und Österreich vereinbarter „Entschädigungsplan“, der wiederum auf den am 9. Februar 1801 geschlossenen „Friedensvertrag von Lunéville“ zurückgeht.

    Die Wittelsbacher haben aber nicht nur die Herzogtümer Zweibrücken und Jülich sowie die linksrheinische Kurpfalz verloren, sondern müssen jetzt auch noch die rechtsrheinische Kurpfalz um Mannheim und Heidelberg an Baden abgeben.

    Doch durch den § 2 des „Reichsdeputationshauptschlusses“ erhält das kurfürstliche Baiern das „Fürstbistum Freising“ mit der dazugehörigen „Grafschaft Werdenfels“ und die „Herrschaft Isen-Burgrain“ offiziell überschrieben; dazu die „Fürstbistümer Augsburg“, „Bamberg“ und „Würzburg“ sowie Teile von „Eichstätt“, „Passau“ und „Salzburg“.
    Zu den genannten Territorien kommen noch 15 „Reichsstädte“ und 13 „Reichsabteien“ dazu. Freilich noch nicht die Großen: Augsburg und Nürnberg.
    Doch damit werden wesentliche Teile Schwabens und Frankens bairisch.

    Insgesamt stehen dem Verlust von 200 Quadratmeilen und 730.000 Einwohnern ein Gewinn von 288 Quadratmeilen und 834.000 Einwohnern aus den aufgelösten geistlichen Staaten und wirtschaftliche Werte von über 43 Millionen Gulden von den Klöstern gegenüber. 


  • Brünn * Im französisch-baierischen Vertrag von Brünn belohnt der Franzosenkaiser Baiern für seine Waffenhilfe und sichert ihm erneut zu, dass er im bevorstehenden Friedensvertrag mit Österreich Kaiser Franz II.

    • die Abtretung Vorarlbergs, der Gebiete in Schwaben und der Reste von Eichstätt und Passau zugunsten Baierns auferlegen will.
    • Außerdem soll der Kaiser in Wien auf jegliche Oberhoheit über den Kurfürsten von Baiern, der den Königstitel annehmen wird, verzichten.
    • Zudem sichert der französische Kaiser im Vertrag von Brünn Baiern die erbliche Königswürde zu.

    Bereits im Vertrag von Bogenhausen hatte sich Napoleon Bonaparte verpflichtet, im Falle eine siegreichen Kriegsausgangs für eine weitere Vergrößerung Baierns einzutreten. 


  • Bratislava * Österreich schließt mit Napoleon den Frieden von Preßburg, in dem es die im Vertrag von Brünn vom 10. Dezember 1805 festgesetzten Bestimmungen anerkennt. Der Friedensvertrag von Pressburg beendet den Dritten Koalitionskrieg.

    Das hat zur Folge, dass Baiern die Markgrafschaft Burgau im heutigen Bayerisch-Schwaben, die Reste der Hochstifte Eichstätt und Passau, die freien Reichsstädte Augsburg und Lindau zugesprochen bekommt.

    Österreich muss die Rangerhöhung des baierischen Kurfürsten zum König und Gebietsabtretungen akzeptieren. 


  • Passau * Der Jurist und Publizist Dr. Johann Georg August Wirth, einer der Wortführer des „Hambacher Festes“, wird nach seiner Freilassung nach Passau gebracht, um dort noch eine sechswöchige „Kontumazstrafe“ (Verurteilung wegen Nichterscheinen vor Gericht) aus dem Jahr 1831 abzusitzen. 


  • Geiselhöring - Passau - Regensburg * Ab dem „Verkehrsknotenpunkt Geiselhöring“ wird auf zwei Strecken die „Ostbahn“ weitergebaut. 

    Die eine Strecke führte nach Passau, die andere nach Regensburg, Amberg und Nürnberg.
    Mit einem Aufgebot von bis zu 17.000 Arbeiterinnen und Arbeitern wird das 453 Kilometer umfassende Grundnetz der „Bayerischen Ostbahnen“ fertiggestellt werden.

    Paul Camille von Denis schafft das in einer fünfeinhalbjährigen Bauzeit.

    Der „Direktor der Ostbahngesellschaft“ unterschreitet damit nicht nur die zeitliche Vorgabe der staatlichen „Eisenbahn-Commission“, die dafür eine Bauzeit von sieben Jahren vorgesehen hatte,  sondern auch die Baukosten gegenüber dem Voranschlag von 46,5 Millionen Gulden um 12,8 Millionen Gulden.
    Das sind nahezu dreißig Prozent.

    Damit ist Paul Camille von Denis, dem „Altmeister des Eisenbahnbaus“, die allgemeine Anerkennung sicher.

    In Zeitungsartikeln halten sich die Zeitgenossen mit ihrer Bewunderung für diese Leistung nicht zurück:
    „Der Erfahrungssatz, der leider bei uns in Deutschland viel zu wenig bekannt oder anerkannt scheint - ‚Zeit ist Geld‘ -, spricht sich in allen Anordnungen der Ostbahn-Direction aus“


  • Dommelstadt * Erhard Auer wird in Dommelstadl bei Passau geboren. 


  • München - Freistaat Bayern * Die Räterepublik Baiern wird es lediglich ganze sechs Tage - bis zum 13. April - geben. Der Schwerpunkt der Rätebewegung findet sich in den Regierungsbezirken Oberbayern und Schwaben. Auch in den größeren niederbayerischen Städten und in der Oberpfalz folgen zahlreiche Städte dem Beispiel Münchens: in Amberg, Burglengenfeld, Landshut, Passau, Regensburg und Straubing, werden Räteregierungen gegründet.

    Auch in den nordbayerischen Städten Ansbach, Aschaffenburg, Fürth, Hof, Kulmbach, Marktredwitz und Würzburg. Lediglich Bamberg, Erlangen und Nürnberg bildeten in ihrem Stadtgebiet keine Räterepublik.

    Doch nur an wenigen Orten bestehen die Räterepubliken über den 10. April hinaus. 


  • München * Die Gründung des „Bayerischen Rundfunks - BR“ erfolgt durch die Übergabe einer „Lizenzurkunde“ durch den „Direktor der US-Militärregierung“, Murray Van Wagoner, an den bayerischen Schriftsteller Johannes Lippl und an Rudolf von Scholtz, dem „Nachkriegsbürgermeister“ von Passau und zugleich ersten „Intendanten des Bayerischen Rundfunks“.

    Mit diesem offiziellem Akt wird das Ende von „Radio München“ als einem Sender der „US-Besatzungsmacht“ formaljuristisch besiegelt.

    Der „Bayerische Rundfunk“ besitzt damit eine eigenständige „Sendelizenz“ und kann dadurch relativ frei über Sendungsinhalte und Personalpolitik bestimmen. 


  • Passau * Ministerpräsident Max Streibl bezeichnet die SPD-Landesvorsitzende Renate Schmidt beim Politischen Aschermittwoch in Passau als „Krampfhenne“

© Rudolf Hartbrunner

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