Bayerns Herrscher

Heinrich Held

Name Heinrich Held
Regierungsereich
Titel Ministerpräsident

Heinrich Held (*6. Juni 1868 in Erbach; †4. August 1938 in Regensburg) war ein deutscher Politiker der Bayerischen Volkspartei (BVP) und von 1924 bis 1933 Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Als überzeugter Katholik und konservativer Demokrat prägte Held die letzte stabile Regierungsperiode Bayerns vor der nationalsozialistischen Machtübernahme.

Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften arbeitete Held zunächst als Journalist. Er engagierte sich politisch in der katholisch-konservativen BVP und wurde 1924 zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt. Seine Regierungszeit war von Bemühungen geprägt, Bayern politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren und eine weitgehende Autonomie innerhalb des Deutschen Reiches zu sichern. Held förderte Landwirtschaft und Mittelstand und setzte auf eine gemäßigt konservative Politik, um die demokratische Ordnung gegen extremistische Kräfte von links und rechts zu schützen.

Obwohl er dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstand und dessen Machtübernahme ablehnte, gelang es ihm nicht, Hitlers Machtausbau entscheidend entgegenzuwirken. Im März 1933 wurde Held durch die nationalsozialistische Reichsregierung abgesetzt, verhaftet und kurzzeitig in Haft genommen. Danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück und lebte zurückgezogen in Regensburg, wo er 1938 starb.

Heinrich Held gilt heute als Symbolfigur eines demokratischen und konservativen Widerstands gegen die Radikalisierung in der Weimarer Republik.