Geschichte - Karmelitinnen

Zeitensprünge





  • Wien - München * Die Kaiserwitwe Eleonore Magdalena Theresia aus Wien gibt ihre Zustimmung, in München ein „Karmelitinnenkloster der theresianischen Reform“ für zwanzig Frauen zu bauen und das Haus der Nonnen mit der gelobten Dreifaltigkeitskirche zu verbinden.

    Als Architekt soll Giovanni Antonio Viscardi tätig werden. 


  • München * Das Karmelitinnenkloster in München wird gegründet.

    Die ersten vier aus Österreich kommenden Karmelitinnen werden am 14. Oktober eintreffen. 


  • München-Kreuzviertel * Maria Anna Lindmayr wird in das am 17. September 1711 gegründete Karmeltinnenkloster aufgenommen.

    Damals treffen die ersten vier aus Österreich kommenden Karmelitinnen in München ein. Sie finden ihre vorläufige Unterkunft Ecke Pacellistraße/Promenadeplatz, wo ihnen die Lindmayrin ein provisorisches Kloster eingerichtet hat. Das war noch bevor mit dem Bau der Dreifaltigkeitskirche begonnen wurde. 


  • München * Am Dreifaltigkeitsfest erhält Maria Anna Lindmayr die Zulassung zum Noviziat, verbunden mit der Einkleidung


  • München * Maria Anna Lindmayr kann die feierliche Ordensprofess ablegen und den Namen „Josepha a Jesu“ annehmen. 


  • München * Maria Anna Lindmayr feiert ihr Schleierfest. Um Gott näher zu kommen geißelt sie sich mit Ruten, hungert, trägt Stachelketten oder schläft auf Brennnesseln


  • München-Angerviertel - München-Kreuzviertel * Die Karmelitinnen werden durch die Klarissin Emanuela Theresia a Corde Jesu aus dem Angerkloster, der einzigen Tochter des baierischen Kurfürsten Max Emanuel, in ihr neues Kloster eingeführt. 


  • München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr wird für drei Jahre zur Priorin des Karmelitinnenklosters gewählt. 


  • München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr wird für weitere drei Jahre in ihrem Amt als Priorin des Karmelitinnenklosters bestätigt. 


  • München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr lehnt eine weitere Wiederwahl zur Priorin des Karmelitinnenklosters ab. Sie wird aber von ihren Mitschwestern gedrängt, das Amt der Novizenmeisterin anzunehmen. 


  • München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr stirbt. 


  • München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr wird in der Gruft des Münchner Karmeltinnenklosters beigesetzt. 


  • München-Kreuzviertel * Für Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr wird ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet - aber nie zu Ende geführt. 


  • Kurfürstentum Baiern * Das „kurfürstliche Dekret zur Aufhebung der Bettelordensklöster“ in Baiern beginnt mit der Feststellung,

    • dass die „Bettelorden“ die „Fortpflanzung des Aberglaubens und der schädlichen Irrtümer“ begünstigen und
    • die Entstehung und Entwicklung „richtiger Begriffe der moralischen Bildung im Volke“ verhindern,
    • weshalb die fortdauernde Existenz der „Mendikantenklöster“ zwecklos und schädlich für die Bürger ist.  

    In Altbaiern sind davon einundneunzig derartige kirchliche Einrichtungen betroffen.

    In München sind folgende Bettelorden betroffen:  
    „Kapuziner“, „Franziskaner“, „Karmeliten“, „Karmelitinnen“, die „Benediktinerinnen am Lilienberg“ , die „Paulanerinnen im Lilienthal“ und das „Pütrichkloster“

    Zur zweckmäßigen Einrichtung der „Bürger- und Landschulen“ wird ein „Schulfonds“ eingerichtet, der aus dem Vermögen der aufgehobenen Orden gebildet wird, da es an anderweitigen staatlichen Mitteln mangelt.

    Zur sofortigen Verminderung der Insassen werden

    • alle „Ausländer“, das heißt, die nicht in Pfalzbaiern geborenen Klostermitglieder, in ihre Heimat geschickt,
    • die „Laienbrüder“ in die „Prälatenklöster“ versetzt und
    • „Kleriker“, die noch keine „Profeß“ abgelegt haben, entlassen.
    • Neuaufnahmen und das Überwechseln von Ordensangehörigen in andere Klöster wird streng untersagt.
    • „Priestermönche“ können unter bestimmten Voraussetzungen in den „Weltpriesterstand“ übertreten, was dem Staat die „Pensionskosten“ einsparen hilft.
    • Alle übrigbleibenden „Klosterindividuen“ sollen in „Zentralklöster“ - in Wirklichkeit „Aussterbeklöster“ - ihres Ordens verbracht werden.
    • Außerdem ist den „Franziskanern“ künftig nur noch „Predigt und Beichthören“ in der eigenen „Ordenskirche“ erlaubt, jedoch keinerlei „Seelsorgeaushilfe“.
    • Dazu unterstehen sie der verschärften Aufsicht der zuständigen „Landrichter“.

    Als Unterhalt für die „Franziskaner“ setzt man, da ihnen das „Almosensammeln“ verboten worden ist, jährlich 125 Gulden fest, zahlbar aus dem „Vermögensfonds der nichtständischen Klöster“.

    • Der Inhalt des „Aufhebungsdekretes“ wird öffentlich nicht bekannt gemacht.
    • Die ganzen Vorbereitungen der „staatlichen Klosteraufhebungen“ laufen bis zur Ausführung im Wesentlichen geheim.
    • Das verstärkt die Unsicherheit und lässt jede Gegenwehr erlahmen.
    • Ebenfalls besteht Unkenntnis über die Befugnisse der eingerichteten „Spezialkommission“

    Ausgenommen vom „kurfürstlichen Aufhebungs-Dekret der Bettelordensklöster“sind - aufgrund ihrer Tätigkeit in der Krankenpflege beziehungsweise im Schulwesen - die Klöster der „Barmherzigen Brüder“ sowie der „Englischen Fräulein“ und der „Elisabethinerinnen“.

    Das Kloster der „Ursulinen“ in München wird mit den „Nonnen de Notre Dame“ in Nymphenburg vereinigt.

    In der Haupt- und Residenzstadt München gibt es nur ein „ständisches Kloster“: das „Klarissen-Kloster zu Sankt Jakob am Anger“.


  • München-Kreuzviertel * Der Aufhebungskommissär Bernmiller begibt sich zur Bestandsaufnahme ins Karmelitinnenkloster.

    Im Konvent leben zwanzig „Schwestern vom regulierten Dritten Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen“ und zwei Novizinnen


  • München * Kurfürst Max IV. Joseph bestimmt das Karmelitinnenkloster in Neuburg zum Zentralkloster des Frauenordens. 


  • München-Kreuzviertel - Neuburg * Um 4 Uhr früh wird ein Teil der zwanzig Karmelitinnen und zwei Novizinnen auf Wägen gesetzt und in ihre neue Niederlassung nach Neuburg gebracht, wo sie am späten Abend ankommen. Zu Protesten der Bevölkerung kommt es nicht. 


  • München-Kreuzviertel - Neuburg * Um 4 Uhr früh werden die restlichen Karmelitinnen in ihre neue Niederlassung nach Neuburg gebracht. 


  • München-Kreuzviertel * Die Klostergebäude an der Rochusstraße sind für den 30. Oktober 1802 zur öffentlichen Versteigerung ausgeschrieben, werden dann aber um 34.000 Gulden dem Staat als „Pfand- und Leihhaus“ überlassen.

    Lediglich das Nutzungsrecht der Dreifaltigkeitskirche erhält die Lateinische Kongregation, von der das Muttergottes-Gnadenbild stammt. 


  • München-Kreuzviertel * Das ehemalige „Karmelitinnen-Kloster“ am Rochusberg wird um 34.000 Gulden der „Pfandhausverwaltung“ überlassen. 


  • München * In der Nacht des 19. Januar 1803 wirft man die Gebeine der Maria Anna Lindmayr zusammen mit den Überresten anderer verstorbener Klosterschwestern auf einen städtischen Müllwagen, transportiert das Ganze auf den Alten Südlichen Friedhof und verscharrt alles in einem Massengrab


  • München - Neuburg - Pielenhofen * Das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster in Pielenhofen an der Naab wird zum Aussterbekloster aller Karmelitinnen bestimmt.

    Die letzte Karmelitin stirbt dort im Jahr 1844. 

© Rudolf Hartbrunner

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