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Name | Kahr Gustav Ritter von |
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Regierungsereich | |
Titel | Generalstaatskommissar |
Gustav Ritter von Kahr (*29. November 1862 in Weißenburg in Bayern; †30. Juni 1934 im KZ Dachau) war ein konservativer bayerischer Politiker, der vor allem durch seine Rolle während der unruhigen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg bekannt wurde. Als überzeugter Monarchist und Gegner der Weimarer Republik amtierte er von 1920 bis 1921 als Ministerpräsident Bayerns und erneut 1923 als Generalstaatskommissar mit diktatorischen Vollmachten.
Kahrs Politik war autoritär-konservativ geprägt. Während seiner Amtszeit kämpfte er entschieden gegen kommunistische und sozialistische Bewegungen, förderte jedoch zugleich nationalistische und republikfeindliche Kräfte. Im Jahr 1923 erlangte er weitreichende Machtbefugnisse und versuchte, Bayern vom Reich unabhängig zu positionieren. Im Zuge dieser politischen Spannungen kam es am 8. und 9. November 1923 zum sogenannten „Hitlerputsch“, bei dem Kahr zunächst von Hitler gezwungen wurde, sich dessen Putschversuch anzuschließen, dies jedoch rasch widerrief und ihn letztlich scheitern ließ.
Nach dem Rücktritt aus der Politik lebte Kahr zurückgezogen in München. Während des „Röhm-Putsches“ am 30. Juni 1934 wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet und noch am selben Tag im Konzentrationslager Dachau ermordet. Gustav von Kahr gilt heute als ambivalente Persönlichkeit, deren Politik einerseits zur Schwächung der Demokratie beitrug, andererseits jedoch auch zeitweise Adolf Hitlers Machtübernahme verhinderte.