1. Errichtet 1638
Kurfürst Maximilian I. ließ die Mariensäule 1638 auf dem Münchner Marktplatz errichten. Sie war Dankeszeichen und zugleich ein politisch-religiöses Monument.
Kurfürst Maximilian I. ließ die Mariensäule 1638 auf dem Münchner Marktplatz errichten. Sie war Dankeszeichen und zugleich ein politisch-religiöses Monument.
Die Mariensäule entstand in einer Zeit von Krieg, Pest und großer religiöser Unsicherheit. Maria wurde als Schutzpatronin Bayerns verehrt.
Die vergoldete Marienfigur steht auf einer Mondsichel und trägt Krone und Zepter. Sie verkörpert Maria als Himmelskönigin und Patronin Bayerns.
An den Ecken kämpfen vier bewaffnete Putten gegen Drache, Löwe, Basilisk und Schlange. Sie stehen für den Sieg über die Bedrohungen und Plagen der Zeit.
Die Marmorbalustrade mit den vier Bronzelaternen wurde 1639/1641 ergänzt. In den Laternen wurden zur Ave-Maria-Stunde Kerzen entzündet – gewissermaßen „Altarkerzen im öffentlichen Raum“.
Früher befanden sich an den Eckpostamenten die Symbole Sonne, Mond, Stern und makelloser Spiegel. Sie versinnbildlichen Eigenschaften Marias. Heute sind diese Symbole nicht mehr vorhanden.
Schon kurz nach der Errichtung wurden an der Säule Litaneien gebetet. Das Marienbild enthielt außerdem Reliquien, darunter einen Dorn aus der Dornenkrone Christi.
Die Mariensäule steht im Zentrum des heutigen Marienplatzes und gilt traditionell als Mittelpunkt Münchens. Für die geodätische Landesvermessung war dagegen der Nordturm der Frauenkirche von Bedeutung.
1970 wurde die Mariensäule umfassend erneuert und weitgehend nach den historischen Formen und Maßen wieder aufgebaut. Am 10. Oktober 1970 wurde sie erneut enthüllt und geweiht.
Die Münchner Mariensäule wurde zum Vorbild für weitere Mariensäulen, unter anderem in Wien und Prag. Damit steht sie am Beginn einer bedeutenden Tradition katholischer Mariendenkmäler in Mitteleuropa.
Die Mariensäule verbindet Münchner Stadtgeschichte, bayerische Landesgeschichte, Marienverehrung und europäische Geschichte. Sie ist zugleich Denkmal, religiöser Erinnerungsort und eines der bekanntesten Wahrzeichen Münchens.