Mariensäule - Wappen und Inschriften

Inschrift 1 der Mariensäule

DEO OPTIMO MAXIMO
VIRGINI DEIPARAE
BOICAE DOMINAE
BENIGNISSIMAE
PROTECTRICI
POTENTISSIMAE
OB PATRIAM
URBES EXERCITUS
SEIPSUM DOMUM
ET SPES SUAS
SERVATAS

Dem besten und höchsten Gott
der Jungfrau, Gottesgebärerin,
der bayerischen Herrin,
der gnädigsten,
mächtigsten Beschützerin,
für das Vaterland,
die Städte, das Heer,
sich selbst, das Zuhause
und ihre bewahrten Hoffnungen.

Inschrift 2 der Mariensäule

HOC PERENNE
AD POSTEROS
MONVMENTVM
MAXIMILIANVS
COM. PAL. RHENI
UTRIUSQUE BAVARIAE DUX
S. R. I. ARCHIDAP.
ET ELECTOR
QUENTVM INFIMVS
GRATUS SVPPLEX
POSVIT A. MDCCXXIX

Dieses ewige Denkmal
für die Nachwelt
hat Maximilian,
Pfalzgraf bei Rhein,
Herzog von Bayern,
Erzmarschall und Kurfürst
des Heiligen Römischen Reiches,
als geringster Diener,
dankbar und demütig,
im Jahr 1729 errichtet.

Inschrift 2 der Mariensäule

Errichtet 1638
Erneuert 1970

Die Mariensäule wurde 1970 umfassend erneuert. Dabei wurde sie weitgehend nach den historischen Formen und Maßen wieder aufgebaut.
Für den neuen Säulenschaft kam Rotscheck-Marmor zum Einsatz, für Unterbau und Balustrade Adneter Marmor aus dem Raum Hallein. Der Standort wurde dabei um etwa 50 Zentimeter nach Westen verlegt.
Auch die ursprüngliche Weiheinschrift von 1638 wurde wieder am Säulenpostament angebracht.
Am 10. Oktober 1970 wurde die erneuerte Mariensäule feierlich enthüllt und geweiht.

Inschrift 2 der Mariensäule

Johannes Paul II.
19.11.1980

Am 19. November 1980 betete Papst Johannes Paul II. während seiner Pastoralreise durch Deutschland vor der Münchner Mariensäule.
Sein Gebet vor der Mariensäule knüpfte an die lange Tradition der Verehrung Marias als Patronin Bayerns an. Der Marienplatz mit der Mariensäule wurde dabei als geistlicher Mittelpunkt Münchens und symbolisch auch Bayerns hervorgehoben.

Inschrift 2 der Mariensäule

Benedikt XVI.
9.9.2006

Am 9. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. während seines Bayern-Besuchs die Münchner Mariensäule. Dort betete er vor dem Marienbild und erinnerte damit an die besondere Bedeutung der Mariensäule als religiöses Wahrzeichen Münchens und Bayerns.

Inschrift 2 der Mariensäule

Kurbayerisches Wappen
Das prachtvoll gestaltete Wappen zeigt die Herrschaftszeichen Kurfürst Maximilians I. von Bayern. Zu erkennen sind die blau-weißen Rauten des Hauses Wittelsbach und die pfälzischen Löwen. Darüber befinden sich der Kurhut und weitere Zeichen der fürstlichen Würde. Auch der Reichsapfel und das Zeichen des Ordens vom Goldenen Vlies gehören zur Darstellung. Das Wappen verweist damit auf Maximian I. als bayerischen Landesherrn und Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches.

Inschrift 2 der Mariensäule

Österreichisches Wappen
Das gegenüberliegende Wappen zeigt den österreichischen Bindenschild, den silbernen Balken auf rotem Grund. Er steht für das Haus Österreich und die Habsburger. Das Wappen verweist auf Maria Anna von Österreich, die zweite Gemahlin Kurfürst Maximilians I. und Tochter Kaiser Ferdinands II. Die Verbindung von Bayern und Österreich wird damit unmittelbar am Postament der Mariensäule sichtbar. Die beiden Wappen repräsentieren das fürstliche Stifterpaar und machen zugleich die dynastische und politische Verbindung zwischen Wittelsbach und Habsburg deutlich.

Inschrift 2 der Mariensäule

Laternen
Die vier Laternen und ihre Mariensymbole

Die Mariensäule selbst wurde 1638 errichtet. Die sie umgebende marmorne Balustrade mit den vier Bronzelaternen wurde 1639/1641 ergänzt.

Die vier Eckpostamente trugen ursprünglich Mariensymbole, die später durch die heute vorhandenen Laternen ersetzt wurden:
  • ☀️ Sonne – electa ut sol: Maria als strahlende, von Gott erwählte Frau
  • 🌙 Mond – pulchra ut luna: Maria, „schön wie der Mond“, Sinnbild ihrer Reinheit
  • ⭐ Stern – stella maris: Maria als „Stern des Meeres“, der Orientierung und Schutz gibt
  • 🪞 Makelloser Spiegel – speculum sine macula: Maria als Sinnbild vollkommener Reinheit und als Spiegel göttlicher Gnade

Die Laternen hatten zugleich eine religiöse Funktion: Zur Ave-Maria-Stunde wurden darin Kerzen entzündet. Sie waren damit gewissermaßen „Altarkerzen im öffentlichen Raum“.