So lang der alte Peter...
Ein Münchner Stadtbuch von Helene Raff
Staffel 2
Folge 1: Frauenkirche - Der Erbbauer
Die Frauenkirche München entstand ab 1468 durch Bürger und Fürsten. Sigismund von Bayern legte den Grundstein; Baumeister Jörg von Halspach vollendete das Werk. Später erhielten die Türme ihre charakteristischen „welschen Hauben“.
Folge 2: Frauenkirche - Der Teufelstritt unter der Orgel
Der Teufel wollte den Dom zerstören, sah jedoch von einem Pfeilerstandort kein Fenster und glaubte ihn fensterlos. Getäuscht, hinterließ er seinen Tritt. Der Wind tobt seither um die Frauenkirche.
Folge 3: Frauenkirche - Unser Herr am Ölberg
Ein verlorener Sohn quälte seine fromme Mutter, bereute erst im Kerker. Sie stiftete einen Ölberg und starb vor Gram. Am Grab fand er Vergebung, starb sieben Tage später reumütig.
Folge 4: Frauenkirche - Das schwarze Kruzifix, die Türkenfahne und die kunstsinnige Uhr
In der Frauenkirche München: ein wundertätiges schwarzes Kruzifix rettet einen Offizier; eine von Maximilian II. Emanuel 1688 erbeutete Türkenfahne hängt gegenüber der Kanzel; die „kunstreiche Uhr“ mit bewegten Figuren ist verstummt.
Folge 5: Frauenkirche - Der heilige Benno
Benno von Meißen, seit 1624 Münchens Schutzpatron, war Missionsbischof und Wundertäter. Seine Reliquien kamen 1576 nach München und ruhen in der Frauenkirche München; sein Kult prägte Stadt und Land nachhaltig.
Folge 6: Frauenkirche - Das Bild mit den gesenkten Händen
Im Münchner Dom zeigt ein Votivbild Betende unter Mariens Schutzmantel; nur eine Figur senkt die Hände. Der Sage nach entlarvte ein Gottesurteil eine Erbschleicherin, die später reuig gestand.
Folge 7: Frauenkirche - Konrad Paumann
Konrad Paumann, blind geboren in Nürnberg, wurde Hoforganist in München und berühmtester Instrumentalmeister seiner Zeit. Vom Kaiser geehrt, in Italien umworben, blieb er Bayern treu. Gestorben 1473, begraben bei der Frauenkirche München.
Folge 8: Frauenkirche - Kaiser Ludwigs Grabmahl
Ludwig IV. ruht im Frauenkirche München. Herzog Albrecht IV. stiftete Hochgrab und Salve-Glocke; Maximilian I. erneuerte 1622 die Tumba. Legenden erzählen vom verborgen sitzenden Kaiser.
Folge 9: Marienplatz - Das Rathaus
Das Rathaus am Marienplatz war Münchens politisches und festliches Zentrum: Verwaltung, Eide, Landstände, Tänze und Theater. Vor ihm standen Pranger und Galgen; hier wurden Urteile verkündet und vollstreckt.
Folge 10: Marienplatz - Diez Swinburg
Ritter Diez von Swinburg wurde nach Straßenraub gefasst und zum Tode verurteilt. Vor der Enthauptung erbat er Gnade für seine Knechte – und lief kopflos an ihnen vorbei. Sie wurden begnadigt.
Folge 11: Der Marienplatz
Der Marienplatz war Münchens Markt- und Festzentrum: Handel, Turniere, Sonnwendfeuer, Zunft- und Kirchzüge prägten ihn. Von Kaiser Ludwig bis zu fürstlichen Hochzeiten, Feuerwerken und Trauerzügen erlebte er Stadtgeschichte hautnah.
Folge 12: Marienplatz - Das Wurmeck
Ein Lindwurm-Bild am Marienplatz erinnerte an eine Sage: Das Ungeheuer habe mit Pesthauch München vergiftet. Später erzählte man, es sei am Schrannenplatz gelandet und durch Kanonenschuss getötet worden.
Folge 13: Marienplatz - Die große Christoffel am Eiermark
Am Eiermarkt zeigte „zum großen Christoffel“ tatsächlich den heiligen Onuphrius, Einsiedler mit Haargewand. Legenden verbanden ihn mit Heinrich dem Löwen und München; sein Bild galt als Schutz vor jähem Tod.
Folge 14: Marienplatz - Der Bürgerstreit mit den Herzögen und der Tag von Alling
1397 entzweiten Vetternstreit und Zunftaufstand München und Herzöge. 1403 Versöhnung. 1422 besiegten Bürger und Herzöge Ernst und Wilhelm bei Alling Ludwig den Gebarteten; gemeinsamer Sieg stiftete inneren Frieden zwischen Stadt und Fürsten.
Folge 15: Marienplatz - Die Schweden in München
1632 besetzte Gustav Adolf München nach hoher Kontribution. Plünderungen wurden begrenzt, doch Kunstschätze und Kanonen fortgeführt. Der König zeigte Milde; dennoch blieb die Stadt erschöpft, verwüstet und bald von Pest bedroht.
Folge 16: Marienplatz - Die Pest in München
Mehrfach suchte die Pest München heim, besonders im 14. und 17. Jahrhundert. Tausende starben, Straßen wurden verriegelt, Massengräber gefüllt. Angst, Wallfahrten und strenge Maßnahmen prägten das Leben nachhaltig.
Folge 17: Marienplatz - Der Schäfflertanz
Nach der Pest belebten Münchner Schäffler mit Tänzen die verängstigte Stadt. Alle sieben Jahre zeigen sie kunstvolle Figuren, Reifenschwingen und Humor. Das Rathaus-Glockenspiel erinnert bis heute an diesen Brauch.
Folge 18: München im spanischen Erbfolgekrieg
Der spanische Erbfolgekrieg brachte Bayern unter kaiserliche Herrschaft. Bauern erhoben sich 1705 gegen Besatzung und Zwangsrekrutierung. Die Sendlinger Mordweihnacht endete blutig; zahlreiche Aufständische wurden hingerichtet, ehe 1714 Frieden einkehrte.
Folge 19: Marienplatz - Vom Metzgersprung
Der Münchner Metzgersprung war ein Fastnachtsbrauch zur Freisprechung von Lehrlingen. Nach feierlichem Umzug und symbolischer „Taufe“ sprangen sie in den Fischbrunnen und wurden als Gesellen in die Zunft aufgenommen.
Folge 20: Marienplatz - Die Mariensäule
1638 als Dank für die Rettung im Schwedenkrieg errichtet, wurde die Mariensäule Münchens Schutz- und Wahrzeichen. Kriege, Pest, Prozessionen und persönliches Leid begleiteten sie; 1854 erhielt der Marienplatz seinen Namen.
Folge 21: Altstadt - In der Burggasse
Die Burgstraße bewahrt Münchner Geistesgeschichte: Kreittmayr und Linprun wirkten hier, Cuvilliés schuf Entwürfe, und im Haus Nr. 8 vollendete Mozart 1780 seinen „Idomeneo“ – ein stiller Ort großer Kultur.
Folge 22: Altstadt - Der Max Josephplatz
Der Max-Joseph-Platz war einst geistlich geprägt: Franziskaner- und Frauenklöster bestimmten das Bild. Hier wirkten Gelehrte wie Wilhelm von Ockham; Herzogin Kunigunde zog sich ins Püttrichkloster zurück und lebte fromm bis zu ihrem Tod.
Folge 23: Altstadt - Die diebische Dohle
Eine Magd wurde des Diebstahls verdächtigt, nachdem Schmuck verschwunden war. Zwei Geistliche entdeckten eine Dohle als wahre Diebin; in ihrem Nest fanden sich Münzen und der Ring. Die Magd wurde rehabilitiert.
Folge 24: Altstadt - Der Spiegelbrunnen
Am Spiegelbrunnen soll einst ein Basilisk im Brunnen gehaust haben, dessen tödlicher Blick viele Menschen traf. Ein Spiegel wurde angebracht; das Ungeheuer erblickte sich selbst und starb, die Stadt war gerettet.
Folge 25: Altstadt - Aus der Gruftgasse
Die Gruftgasse war einst Münchens Judenviertel, geprägt von Verfolgung und Vertreibung. Aus der Synagoge entstand später eine Marienkirche. Sagen berichten von wundertätigem Bild, ewigem Licht und drohender Walchensee-Flut.