Pietas Bavarica

Höfische Kunst und Bayerische Frömmigkeit 1150-1848

Beschreibung

Ein opulentes Werk von Gerhard P. Woeckel, in welchem die Geschichte vom Wiedererstarken der Heiligenverehrung nach dem Konzil von Triest, das 1563 geschlossen wurde, in Bayern untersucht wird.
In diesem Konzil wurde die Verehrung offiziell als der Kirche würdig erlaubt. Das bezog sich nicht nur auf die Verhehrung von Heiligen, sondern auch auf ihre Bilder, dazu gehörten auch Bilder von Jesus und Maria. Sie alle waren dazu bestimmt, die kirchliche Verkündigung zu unterstützen.

Vor diesem Hintergrund konnte die Pietas praktiziert werden. Ein ganz besonderes und ausschließliches Augenmerk fällt hier auf Bayern, insbesondere auf die Orte Ettal, Altötting, Wessobrunn und München.
Sie standen lange unter der Herrschaft der Wittelsbacher, welche die Wallfahrt, Prozessionen und Votivgaben an den Wallfahrtsorten stifteten und somit auch förderten.

Nicht nur die Herrscher auch die Herrschergattinnen stifteten Kirchen oder Heiligenbilder, die einem bestimmten, religiös motivierten politischen Ziel etwa dienen sollten. Oder es haben Herrscher wie Max Emanuel verschiedene Objekte christlichen und nicht-christlichen Ursprungs (die dann als christianisierte Votivgaben weiterlebten) aus den Kriegen gegen die Türken (Omanen) mitgebracht und in Kirchen, Klausen oder Konventgebäuden installiert.

In diesem Buch sind neben der Geschichte der Pietas (Verehrung) auch alle ihre Ausdrucksformen bildgewaltig und detailiert dargestellt. Die Fülle des Materials, das der Autor zusammengetragen hat, ist überwältigend... Eine Hommage an Bayern, seine Bewohner und die Kunst.

  • Vorwort
  1. Einleitung
    • Nach Js. 11,2-3 zählt die Frömmigkeit (Pietas) zu den Sieben Gaben des Hl. Geistes. Private Äußerungen der Frömmigkeit (Andacht und Gebet.
    • »Imagines» und »Sacrae Imagines» als Thema der Sessio XXV auf dem Konzil von Trient (1545-1563)
    • Bilder- und Reliquien Verehrung, auch im weiten Umfeld der Wallfahrt
    • Die ersten Anfänge der religiösen Emblematik in der Gegenreformation. Augsburg, der europäische Mittelpunkt der Herstellung religiöser Druckgraphik und seine Protagonisten (Gebr. Klauberund Gottfried Bernhard Göz)
    • Ein untrüglicher Beweis für die erstaunliche Intoleranz der Aufklärung ist ein relevantes Verdikt (1781). Die hier zitierten verleumderischen Angriffe, aus der Feder des bekannten Berliner Schriftstellers und Verlegers Friedrich Nicolai, richteten sich vor allem gegen die in Augsburg verlegten Andachtsbildstiche und damit gegen das Phänomen der nie zuvor in Frage gestellten katholischen Barockeligiosität
    • Angaben über die territoriale Beschaffenheit des Herzog- und späteren Kurfürstentums Bayern. Zeitgenössische Berichte über die Einwohnerzahl des Landes und seiner Hauptstadt München
    • Ausgewählte Ansichten des »alten» München, ausgehend von einem bisher unveröffentlichten Detail des von Jacob Sandtner ausgeführten, berühmten Stadtmodells (1568—1574)
    • Wallfahrten in Bayern. Höhepunkt der Jesuitenfrömmigkeit waren die von diesem Orden veranstalteten religiösen Schauspiele. Auch die Neuinszenierung der sogenannten »großen» Münchener Fronleichnamsprozession war bekanntlich ein frömmigkeitsgeschichtlicher Topos im Zeitalter der Gegenreformation
    • Vom persönlichen Frömmigkeitsstil der Wittelsbacher Regenten und ihrer Gemahlinnen im Zeitraum von 1571-1726
    • Über den Umfang der von den Wittelsbacher Regenten sukzessive erworbenen, berühmten Reliquiensammlung in der Münchener Residenz
    • Herzog Wilhelm V, der Fromme (reg. 1579-1598)
    • In frömmigkeitsgeschichtlicher Hinsicht ist die von Wilhelm V. auf eigene Kosten erbaute St. Michaelskirche und das sogenannte »Wilhelmium« (1564-1597) unbestritten seine ureigenste Leistung. Für die nachfolgenden Jahrhunderte wurde das Jesuitenkollegium und die zugehörige Kirche St. Michael, das erste monumentale kirchliche Bauwerk seit der Spätgotik in Süddeutschland, unbestritten das frömmigkeitsgeschichtliche Zentrum Altbayerns
    • Das nur in Details ausgeführte, lange geplante Grabmalprojekt Wilhelms V. und seiner Gemahlin Renata von Lothringen in der Münchener St. Michaelskirche
    • Die über Jahrhunderte hindurch zu verfolgenden frömmigkeitsgeschichtlich engen Beziehungen der Societas Jesu zum Münchener Hof
    • Herzog Maximilian I. (ab 1623 Kurfürst, reg. 1598-1651) - unbestritten der größte Staatsmann der Wittelsbacher Dynastie
    • Das im Auftrag des Herzogs entstandene, große Sammelwerk »Bavaria Sancta» mit dem Titelkupfer von M. Kager und R. Sadeler d. Ä. (1615). Marias Darstellung in der Rolle der Schutzpatronin des Landes Bayern und seinen vier Rentämtern hat man mit Recht als »Bollwerk der Gegenreformation» bezeichnet
    • »Patrona Bavariae»-Darstellungen auf bayerischen Münzbilderndes 17., 18. und 19. Jahrhunderts
    • Zum »Marianischen Staatsprogramm» Maximilians gehört außer dem Erzbildwerk »Patrona Boiariae» (1615) Hans Krumppers an der Westseite der Münchener Residenz vor allem auch das um 1619/20 von Peter Candid gemalte, ungewöhnlich große Hochaltarbild mit der Darstellung der Krönung Mariä in der Münchener Frauenkirche
    • Die Krönung der Marianischen Wahrzeichen Münchens ist zweifellos die Mariensäule (1638). Zu ihrem unverwechselbaren Gesamterscheinungsbild gehören die ad hoc erdachten sogenannten »Heldenputten« auf den Ecken der Balustrade. Von dem Brixener Hofbildhauer Hans Reichle modelliert, wurden sie im gleichen fahre von Bernhard Ernst gegossen und 1639 aufgestellt. Zusammen mit dem ebenfalls von Hans Reichle modellierten Bronzebildwerk (1607) des Erzengels Michael im Kampf mit dem Satan über dem Portal des Augsburger Zeughauses (1607 datierter Kupferstich von Lucas Kilian nach Matthias Kager) liegt die frömmigkeitsgeschichtliche Verwandtschaft mit der Münchener Mariensäule zweifellos in dem bisher so gut wie immer übersehenen Umstand, daß sie beide als ”religionsgeschichtliches Propagandainstrument“ (f. Zimmer) im Sinne der Gegenreformation konzipiert wurden
    • Darstellung der Hubert-Gerhard-Muttergottes im 19. und 20. Jahrhundert
    • Kurfürst Ferdinand Maria (reg. 1651-1679) und seine Gemahlin Henriette Adelaide (1636-1676)
    • Aufgrund eines im altbayerischen Wallfahrtsort Altötting gemeinsam abgelegten Gelübdes und zwar schon ein Jahr nach der Geburt (1662) des langersehnten Thronerben Max Emanuel wurde ab 1663 vom Kurfürstenpaar in nächster Nähe der Residenz die neue Theatinerhofkirche St. Kajetan und das zugehörige Kloster Ex voto errichtet
    • In unmittelbarem Kontext damit steht die unter Papst Clemens X. (1670-1676) im Jahre 1671 erfolgte Heiligsprechung des Kajetan von Thiene (1480-1547), Ordenspatron der ursprünglich aus Italien stammenden Theatinerkongregration. Auf intensive Intervention der Kurfürstin wurde der Heilige, nicht gerade zur Freude der auf die Theatinerkongregation bekanntlich eifersüchtigen SJ, im Jahre 1672 zum Protektor des Kurstaates Bayern ernannt.
    • Von der ursprünglichen Ausstattung der Hofkirche (St. Kajetan) war frömmigkeitsgeschichtlich besonders erwähnenswert das von dem Venezianer Antonio Zanchi gemalte Hochaltarbild. Es ist im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Glücklicherweise ist der ausgezeichnete Modello erhalten geblieben
    • Eine ausnahmslos für die dem hohen Adel angehörenden Damen der Hofgesellschaft bestimmte Kongregation unter dem Titel: ”Hochadelige Versammlung der Dienerinnen Mariae» von Kurfürstin Henriette Adelaide gegründet. Die oberhirtliche Einführung dieser religiösen Vereinigung in der Theatinerhofkirche St. Kajetan erfolgte am 27. März 1663
    • Kurfürst Maximilian II. Emanuel (reg. 1679 bis 1726)
    • Der früheste Nachweis der persönlichen Frömmigkeit des Kurprinzen ist die ab 1677 von ihm erbaute kleine Wallfahrtskirche »zum Hl. Kreuz auf Adelsberg nächst Allach auf dem Moß«. Ein Ex voto bei einem gut überstandenen Jagdunfall des damals gerade erst fünfzehnjährigen Thronfolgers war der äußere Anlaß. Eine höchstwahrscheinlich von Max Emanuel gestiftete Kreuzgruppe mit Assistenzfiguren, die ursprünglich in dieser Wallfahrtskapelle war, befindet sich seit 1794 in der Alten Pfarrkirche St. Peter und Paul in München-Allach
    • Als besonderer Förderer religiöser Ordensgemeinschaften erwies sich Max Emanuel insofern, als er im Jahre 1701 den Franziskaner-Patres die Hofkuratie in Schloß Schleißheim übertrug. Für die Errichtung eines Hospitiums und eines Franziskaner-Konventebäudes in Schleißheim-Mittenheim stiftete Max Emanuel den hohen Betrag von 12000 Gulden
    • Zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges (1704) hatte die Münchener Bürgerstochter Maria Anna Lindmayer, die später als Schwester »Josepha a Jesu« in den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen eintrat, mehrmals die Vision, daß die Stadt München nur dann vom Krieg verschont bliebe, wenn die drei Stände (Adel, Geistlichkeit und Bürger) gemeinsam gelobten, aus diesem Anlaß eine Votivkirche zu errichten
    • Direkt über dem Scheitel des Hochaltarblattes erscheint eine farbig gefaßte und partiell vergoldete, große Kartusche mit dem kurbayerischen Wappen. Unmißverständlich weist das in der optischen Mitte des Altars angebrachte persönliche Wappen des Landesfürsten darauf hin, daß Max Emanuel sich hier in der Rolle des Stifters verewigt sehen wollte. Tatsächlich bezahlte er aus seiner Privatschatulle das von ihm in Auftrag gegebene Hochaltarblatt. Schon 1711 von Hofmaler Johann Andreas Wolff begonnen, wurde das ausgezeichnete Gemälde erst nach dessen Tod im Jahre 1717 von seinem Schüler Franz Joseph Degler vollendet
    • Eine der letzten Aufträge Max Emanuels war das um 1724 vollendete Altarblatt in der Schleißheimer Schloßkapelle. Zu Ehren seines Namenspatrons, eines legendären Hl. Bischofs Maximilian, der als einer der Patrone des Bistums Passau verehrt wird, wurde das riesige Gemälde in Rom durch Sebastiano Conca (1680-1764) ausgeführt
    • Ein vom Münchener Hof anläßlich des Todes Max Emanuels (1726) in Auftrag gegebenes Gedächtnisblatt befaßt sich mit einer besonderen religiösen Allegorie. Als Blickpunkt erscheint seitlich das Altöttinger Gnadenbild. Die Gesamtkomposition wiederum bezieht sich auf den Titel »Der Großmüthige«. Die Titelgebung entsprach damit genau dem Motto der Leichenpredigt, die P. Adalbert Weinberger SJ am 12. März 1726 auf Max Emanuel in der Theatinerhofkirche St. Kajetan hielt 
  2. Sonderthemen
    • Erster Hinweis auf die rigorose Durchführung der Säkularisation in Bayern anhand eines wenig bekannten Münchener Beispiels (1797 ff.)
    • Religiöse Bruderschaften und Kongregationen in Bayern in der Barockzeit
    • Die 1581 als »Ertz-Bruederschafft Unser Lieben Frawen von Alten Oetting« an der Münchener Frauenkirche eingeführte religiöse Vereinigung war die größte Wallfahrerorganisation in der Landeshauptstadt. Ihr fürstlicher Förderer und Gründer war Herzog Wilhelm V.
    • Zugehörige Fahnen der Erzbruderschaft (München und Altötting). Andachtsbildstiche und themengleiche Wallfahrtsmedaillen
    • Die »Hll. Nikolaus von Tolentino und Sebastian«-Bruderschaft, die »Bruderschaft zum heiligen Kreuz Forstenried um ein seelig End« (1619), die im Jahre 1450 gegründete »Priesterbruderschaft«, die bei St. Peter eingeführte »Erzbruderschaft Corporis Christi« (1609) und die am 16. Juni 1675 in der Peterskirche eröffnete Andacht »Anbetung des Allerheiligsten Altarsakraments« Mariahilf-Gnadenbilder in ihren bedeutendsten Filiationen und -Bruderschaften sowie themengleiche Andachtsbildstiche und Medaillen
    • Die sogenannte »Mater Propitia« - ehemaliges Gnadenbild (1606) im Besitz der Congregatio Maior Latina in München
    • Gnadenbild der Deutschen Marianischen Congregation Mariae Verkündigung der Herren und Bürger in München
    • Alessandro Abbondios verlorenes Gnadenbild 1640 (?), (farbiges Wachsrelief) der Beweinung Christi, einst im Oratorium der Congregatio minor in München, nach dem Vorbild des Gemäldes von Willem Key sowie dessen zahlreiche Varianten bis zu dem schon im Jahre 1951 von uns erstveröffentlichten themengleichen Hochrelief(1758) von El. Günther in Eiselfing
    • Erzbruderschaft Hl. Christophorus (1671) im Püttrich-Kloster, Bruderschaft Hl. Joseph (1663) in der Münchener Karmelitenklosterkirche St. Nikolaus und die Bruderschaft »Marianische Compagnie U. L. Frauen Säulen« auf dem (späteren) Marienplatz
    • Die St.-Michaels-Bruderschaft (1693) in Berg am Laim (vor München) und der hochadelige Hausritterorden als »Beschützer göttlicher Ehre unter dem Schutze des heiligen Erzengels Michael«. Die Hofkirche St. Michael (1738 ff.). Die in Gold, Silber und Messing ausgeführten St. Michaels-Bruderschaftsmedaillen
    • Die Münchener Bruderschaft zu den Sieben Schmerzen Mariae (1698) und ihr Gnadenbild - die Mater Dolorosa-Figur von der Kreuzgruppe von Tobias Bader (1651) in der (späteren) Herzogspital-Hof-Kirche St. Elisabeth in München sowie themengleichen Bruderschaftsmedaillen
    • Gründung der »Kriegs-Bruderschaft der Hl. Mariae Magdalenae und des Hl. Martyris Mauritii« in München (1716) durch Kurfürst Max Emanuel und die zugehörige Bruderschaftsmedaille
    • Von Max Emanuel erbeutete türkische Trophäen und ihre Umwandlung in christianisierte Ex-voto-Gaben
    • Eine serbische Marienikone aus den Türkenkriegen (1688) verhilft ab 1738 der Hieronymitaner-Klosterkirche St. Anna am Lehel zu einem neuen Münchener Marienkult
    • Das »Griechische Kreuz«, ein im 15. Jahrhundert in Dalmatien gemaltes Kruzifix, aufgefunden in den Türkenkriegen, als privates Andachtsbild Max Emanuels in der von ihm erbauten Magdalenenklause zu Nymphenburg
    • Das persönliche Gebetbuch Max Emanuels
    • Religiöse Erbauungsbücher in der Privatbibliothek des Kurfürsten Max Emanuel
    • »Christlicher Seelen-Schatz auserlesener Gebetter.« Ein für Kurfürst-Erzbischof von Köln Clemens August in Kupfer gestochenes Gebetbuch (1729)
    • »Andachtsübungen eines Christen.» Ein mit dem Privileg des Kurfürsten Max III. Joseph versehenes und reich illustriertes Münchener Gebetbuch (1752)
    • Ausgewählte Marianische Barockpredigten in Bayern
    • Ein Münchener Marienlied (1637) als besonderes Beispiel für die religiöse Dichtung Altbayerns in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und seine Nachahmung (1649) im Fürstbistum Würzburg
  3. Ettal
    • Von Kurfürstin Henriette Adelaide persönlich in Auftrag gegebene Ettaler Gnadenbildkopien (1656 ff.)
    • Eine bisher wenig bekannte Filiation (1671 ff.) des Ettaler Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche U. L. Frau auf dem Mühlberg bei Waging am See
    • Darstellung der Gründungslegende des Klosters Ettal durch J. A. Wolff und deren erst jetzt bekannt gewordener ursprünglicher Standort im Stadthaus des Klosters Ettal in München, einst Stadtresidenz Kaiser Ludwigs des Bayern
    • Ein um 1480/90 entstandener Bleigitterguß als Ettaler Walltahrtszeichen, eine doppelseitige silberne Wallfahrtsmedaille des Monogrammisten I. M. sowie eine themengleiche feuervergoldete Bronzemedaille (um 1700)
    • Die religionsgeschichtlich bemerkenswerte Zusammenführung berühmter altbaycnscher Gnadenbilder in einer Bittprozession in München, unter ihnen die Ettaler Muttergottes, bei Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges im Jahre 1704
  4. Wessobrunn
    • Das Wessobnmner Gnadenbild, ein Werk von Fr. Innozenz OSB (Franz Metz), und die Gründung der Wessobrunner Bruderschaft zur »Mutter der Schönen Liebe» (1711)
    • Zu den erfreulichsten Forschungsergebnissen in jüngster Zeit gehört ohne Zweifel die inzwischen erfolgte Wiederentdeckung der bereits im Jahre 1810 zerstörten (und infolgedessen völlig unbekannt gebliebenen) Altarkomposition in der 1723/24 erbauten Wessobrunner Gnadenkapelle
    • Typusvarianten des Gnadenbildes der »Muttergottes mit dem geneigten Haupte» in Wien, Landshut und München
    • Wenig bekannte Wessobrunner gemalte Gnadenbildkopien als untrüglicher Beweis weiträumiger Verbreitung ihres Typus
    • Verwandlung des gemalten Wessobrunner Gnadenbildes in von Bildhauerhand geschnitzte themengleiche Andachtsbilder
    • Wessobrunner Gnadenbildstiche
    • Allegorisch-religiöse Stiche als Varianten des Wessobrunner Gnadenbild-Typus
    • Eine doppelseitige silber-feuervergoklete Medaille und ein bisher unbekannter motivgleicher Bruderschaftsring
    • Ein Lieblingsmotiv der barocken Volksreligiosität: Ursprung und Bedeutung der St.-Benediktus-Medaille
    • Aufopferung des Brautkleides der kursächsischen Prinzessin Antonia Maria Walburga am 16. Januar 1750 auf dem Gnadenaltar der Wallfahrtskirche in Wessobrunn
    • Fibationen und Kopien des Wessobrunner Gnadenbildes in Wasserburg am Inn, Holzhausen am Starnberger See und Weihenlinden
  5. Altötting
    • Wallfahrtsbeginn zu Unserer Lieben Frau in Altötting im Jahre 1489, Das seither in der Heiligen Kapelle verehrte Gnadenbild gehört zumTypus der »Schwarzen» Muttergottes
    • Die früheste bekannte Darstellung des bekleideten Altöttinger Gnadenbildes auf einer Zeichnung von Sebastian Schel (1518)
    • Ein Altöttinger »Schleierbildchen« aus dem 18. Jahrhundert
    • Ein früher Nachfolgebau von Altötting und Gnadenbildkopie (um 16291) in Schloß Fürstenstein im Bayerischen Wald
    • Übersicht über andere Altöttinger Nachfolgebauten sowie Bericht über 272  Altöttinger Gnadenbildkopien in aller Welt
    • Altöttinger Mirakelbücher und andere Schriftquellen
    • Erstes urkundlich bezeugtes Wittelsbacher Donativ Herzog Albrechts IV. des Weisen in Altötting
    • Wittelsbacher Ex voto-Gaben in Altötting im 16. Jahrhundert
    • Ex voto-Darstellung Herzog Albrechts V. des Großmütigen, ein bisher unbekanntes Blatt des Augsburger Stechers J. Daniel Hertz d.J.
    • Ikonographisch außergewöhnliche, nicht erhaltene Ex voto-Gaben des Hauses Wittelsbach in Altötting
    • Die Altöttinger Allianz (1681)
    • Bisher nicht genannte Ex voto-Darstellungen und -Gaben des Hauses Wittelsbach im 17. und 18. Jahrhundert in Altötting
    • Der Altöttinger Fürstentag (21. März 1715)
    • Einzug einer Gruppe von Wallfahrern auf dem Kapellplatz in Altötting als Staffage auf einem Wening-Stich (1721)
    • Stiftung eines nicht mehr nachweisbaren kostbaren Rosenkranzes aus Smaragdperlen durch Max Emanuel in Altötting zu seinem 60. Geburtstag am 11. Juli 1722
    • Darstellung der Gründtangslegende von Altötting, ein ursprünglich in der Altötting-Kapelle der Münchner Frauenkirche aufbewahrtes, ausdrucksvolles Ölgemälde von Johann Andreas Wolff
    • Wiedergabe des Altöttinger Gnadenbildes auf einem vom Max Emmanuel in Auftrag gegebenen farbigen Wirkteppich (um 1720) - der Überlieferung nach einst in der alten Hofkapelle der Münchener Residenz
    • Geformte und geschnitzte Altöttinger Gnadenbildkopien aus unterschiedlicher Zeit
    • Altarepitaph aus Rotmarmor (Anfang 18. Jh.) mit einer hier erstveröffentlichten Altöttinger Gnadenbildkopie für den Hofratspräsident Albrecht Wilhelm Lösch Freiherr von und zu Hilgertshausen und seine beiden Gemahlinnen in der Hofmarkspfarrkirche St. Stephan in Hilgertshausen
    • In Freising und München nachgewiesene Altöttinger Gnadenbild-Kopien und -Hausmadonnen
    • Ein wenig bekanntes Altöttinger Sonderhema: Der Bayernapostel St. Rupert als legendärer Überbringer des Gnadenbildes, typusmäßig nachgewiesen bei Schnitzfiguren sowie einer themengleichen Wallfahrtsmedaille
    • Unikum eines spätgotischen Altöttinger Pilgerzeichens (Bleigitterguß) auf der Hutkrempe der Figur des Donauapostels Hl. Severin in Passau
    • Altöttinger Wallfahrtsmedaillen
    • Exkurs:
      Kurprinz Karl Albrecht bricht in Altötting (1715) zur im Hause Wittelsbach gleichsam obligatorischen Wallfahrt nach Loreto auf. Andere Wittelsbacher Loreto Wallfahrten. Loreto-Gnadenbildkopien und -Gnadenkapellen in Altbayern
    • Die Hochzeitsfeierlichkeiten (1722) des Thronfolgers. Zeugnisse der persönlichen Frömmigkeit des Kurfürsten Karl Albrecht
    • Wallfahrt des Kurfürsten Karl Albrecht und seiner Familie nach Altötting. Darstellung der Ankunft des fürstlichen Wallfahrerzuges auf einem themengleichen Ölbild im Altöttinger Wallfahrts- und Heimatmuseum
    • Neugründung des St.-Georg-Hausritterordens unter dem Schutzpatronat Marias als Patrona Bavariae durch Kurfürst Karl Albrecht (1729)
    • Entwurfszeichnung von C.D. Asam für ein Schabkunstblatt (nach 1730): Der im Großmeisterornat dargestellte Kurfürst Karl Albrecht verehrt Maria Immaculata und den HL Georg als die beiden Schutzpatrone des St.-Georg-Hausritterordens
    • Darstellung des Ritterschlages durch den Großmeister des St.-Georg-Hausritterordens am 8. Dezember (Festtag der Immaculata Conseptio) auf einem bisher unveröffentlichten, themengleichen Kupferstich der Gebr. Klauber (Augsburg)
    • Die Ex voto-Pyramide des Reichsgrafen Johann Maximilian IV. von Preysing-Hochenaschau im sogenannten Preysing-Geräumt bei Buchendorf (nach 1735) und die damit in mittelbarer Verbindung stehende Stiftung einer Silberampel durch Karl Albrecht in der Altöttinger Gnadenkapelle
    • Die von dem Münchener Hofbildhauer Wilhelm de Groff im Jahre 1737 ausgeführte Silberstatuette des zehnjährigen Kurprinzen Maximilian Joseph im Motiv der Ewigen Anbetung als Ex voto am Altar der Altöttinger Gnadenkapelle
    • Die »Ewige Anbetung» und ihre über viele Jahrhunderte zurückzuverfolgende frömmigkeitsgeschichtliche Tradition
    • Tod Kaiser Karls VII. (des vormaligen Kurfürsten Karl Albrecht) am Sebastianstag des Jahres 1745, das Castrum doloris in der Theatinerhofkirche St. Kajetan und die Trauerdekoration durch die Congregatio Maior Latina überliefert durch den themengleichen Stich von J. Schilling / F. X. Jungwierth
    • Das von Hofbildhauer Johann Baptist Straub erst um 1748 vollendete Kardiotaph für Kaiser Karl VII. und dessen Gemahlin in der »Ewigen Anbetung» in der Heiligen Kapelle in Altötting
    • Exkurs:
      Herzopfer in Verbindung mit der »Ewigen Anbetung» in der frömmigkeitsgeschichtlichen Tradition europäischer Fürstenhäuser
    • Bisher noch nicht genannte Wittelsbacher Herzbeisetzungen in früherer Zeit und die von F. Brochier (1852-1926) entworfene, hier erstmals publizierte Herzurne König Ludwigs II. (1886) in der Heiligen Kapelle in Altötting
    • Ein der Prager Hofwerkstatt (O. Miseront?) stilistisch zuzuschreibender Steinschnitt mit einer Vera-lkon-Darstellung. Ex voto (1745) der Herzogin Maria Anna Karolina in der Altöttinger Schatzkammer
    • Personalweihe des Kurfürsten Max III. Joseph vor dem Altöttinger Gnadenbild, ein bisher unbekannter Porträtstich von J. A. Zimmermann
    • Ein Altöttinger »Geistlicher» Faltbrief und Andachtsbildstiche dieser Wallfahrt.
    • Johann Georg Lindts Giebelkomposition über dem Westeingang der Gnadenkapelle: Verehrung der Altöttinger Muttergottes und der auf die gleiche Darstellung zurückgehende Andachtsbildstich (1770), ein Werk von J.F. Carl.
    • Bisher kaum beachtete religiöse Allegorien mit der besonderen Darstellung des Altöttinger Gnadenbildes
  6. München
    • Münchener Stadtansichten des 18. und 19. Jahrhunderts
    • Über die Persönlichkeit des Kurfürsten Max III. Joseph, des »Vielgeliebten», und dessen kirchenmusikalisch berühmte Komposition - Stabat mater c-moll - (Vertonung der Sequenz zum Fest der Sieben Schmerzen Mariae)
    • Kurfürst Max III. Joseph als Mitglied der Erzbruderschaft des Hl. Christophorus, der Congregatio Maior Latina sowie Prior der von den »Herren-Hofmusikanten» inspirierten St.-Cäcilien-Bruderschaft, einst der Theatinerhofkirche St. Kajetan inkorporiert.
    • Erst kürzlich von uns wiederentdeckte Meisterwerke des kurbayerischen Hofbildhauers Franz Ignaz Günther in stilistisch denkbar engem Bezug zu einer Entwurfszeichnung von seiner Hand im Münchner Stadtmuseum (M/SI, Nr. 1209). Gemeint ist damit das sogenannte »große» Porzellan Kruzifix (H. 40,5 cm) (einst Altarkreuz auf dem Hauptaltar der Cäcilienkapelle) und ein ursprünglich im gleichen Raum befindliches, qualitätsgleiches Elfenbein-Kruzifix (H. 28,5 cm)
    • Ein von der sächsischen Kurprinzessin Antonia Maria Walburga in der Münchener Augustinereremitenklosterkirche am 11. April 1760 gestiftetes Ölbild »Maria vom Guten Rat», eine Kopie des Genazzano-Gnadenbildes. Das recht wechselvolle Schicksal im 19. und 20. Jahrhundert des lange verschollen geglaubten, aber inzwischen von uns wiederaufgefundenen Gemäldes
    • Die erst 1765 ff. in Angriff genommene Errichtung der (bis dahin unvollendeten) Fassade der Theatinerhofkirche St. Kajetan, aufgrund eines von Max III. Joseph abgelegten Gelübdes. Daß der Münchener Hof ausschließlich F. I. Günther mit der gesamten Planung der Durchführung der bildhauerischen Fassadengestaltung von St. Kajetan beauftragte, belegt archivalisch die Spezifiaktion von »zwei Baßrelief mit je zwei Kindlen mit einem Vorhang daryber«. Andererseits ist keineswegs zu übersehen, daß gerade diese Dokumentation aufs beste mit themengleichen Terrakotta Modellen (München, Bayerisches Nationalmuseum; R 7768 und R 7769) zusammengeht, die ihrerseits wieder stilistisch unverkennbare Werke des Münchener Hofbildhauers sind
    • Ein erst im Laufe der Säkularisation bedauerlicherweise zerstörtes Hauptwerk höfischer Goldschmiedeplastik in Altbayern. Es handelte sich um ein von F. de Cuvilliés d. A. entworfenes kirchliches Lesepult aus getriebenem Silber, vom Tetramorph umgeben. Die ungewöhnlich prunkvolle Komposition ist nur aus einem 1770 datierten Stich von J. N. Maag bekannt
    • Pro cura-Hochzeit (1765) der jüngsten Schwester Max' III. Joseph, Josepha Maria Antonia, mit dem Römischen Kaiser Joseph II. in München und deren Tod am 28. Mai 1767 in Wien. Traueraltar, Castrum doloris und Veröffentlichung des Gedenkblattes: »Lobund Trauerrede» durch J.A. Zimmermann
    • Wittelsbacher Wallfahrt zum schwäbischen Gnadenbild Maria Hilf in Kloster Lechfeld bei Untermeitingen
    • Wiederaufnahme und Fortführung des bereits in Kapiteln behandelten Themas: Das Hauptgnadenbild der Bayerischen Landeshauptstadt als frömmigkeitsgeschichtliches Phänomen: Die Herzogspitalmuttergottes
    • Die Münchener Herzogspitalmuttergottes (1651) typusmäßig interpretiert im Sinne einer Retrospektive der Kunst der Dürerzeit
    • Die Herzogspitalmuttergottes als »Bekehrungsbild» (um 1731) des kurbayerischen Hofmalers Georg Desmarees
    • Nachwirkungen des Typus der Herzogspitalmuttergottes in der gleichzeitigen Volkskunst Bayerns (Lüftlmalerei und als reliefierte Reduktion auf den bekannten Oberammergauer Sterbekruzifixen)
    • Eine seit 1756 in der Murnauer Pfarrkirche als Gnadenbild verehrte Marienstatuette - eine bisher unbekannte Variante der Herzogspitalmuttergottes. Murnauer Andachtsbildstiche und eine erst jetzt bekannt gewordene Wallfahrtsmedaille
    • Überblick über erhaltene und verlorene Kopien des Münchener Gnadenbildes
    • Unbekannte Herzogspitalmuttergottes Andachtsbildstiche
    • Ikonographischer Sonderfall: Merkwürdige Vermengung der Typen der Herzogspitalmuttergottes und des Wessobrunner Gnadenbildes auf einem volkstümlichen Hinterglasbild (1821) des Murnauer Malers Johann Chrysostomus Geiger (1766-1845)
    • Ein hier erstveröffentlichter Weihwasserbehälter aus Porzellan (Neogotik) sowie eine werkstoffgleiche Statuette - als Typusvarianten des Münchener Gnadenbildes im 19. Jh.
    • Die Herzogspitalmuttergottes - als stilistisch verfremdete spätnazarenische »Ikone» (Stahlstich von A. Schleich)
    • »Von den / Verdiensten / des durchleuchtigsten Hauses / Wittelspach» - eine fast unbekannte frömmigkeitsgeschichtliche Studie von Philipp Jakob Huth
    • Tod des Kurfürsten Max III. Joseph am 30. Dezember 1777. Epilog. Historisierende Darstellungen im 19. Jh.: Das »processionaliter» an das Sterbebett des Fürsten gebrachte bekleidete Herzogspitalmuttergottesgnadenbild
    • Frömmigkeitsgeschichtlich wenig bekannte Rituale: Bei bevorstehenden Geburten und vorauszusehenden Todesfällen war es bei Potentaten und ihren Frauen vom 17. bis sogar noch im 20. Jh. üblich, daß man für sie höchst elitäre Privat-Prozessionen mit berühmten Gnadenbildern und vermeintlich »wundertätigen» Reliquiaren durchführte
    • Allegorische Gedenk-Graphik anläßlich des Todes von Max III. Joseph
    • Darstellung des knienden Kurfürsten Max III. Joseph im Motiv der Ewigen Anbetung
  7. Ausblick
    • Der Besuch des Papstes Pius VI. in Wien und München im Frühjahr 1782
    • Ein vom Wiener Bildhauer Anton Grassi ausgeführtes Doppel-Relief-Porträt: Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI
    • Ein von Johann Peter Melchior stammendes Biskuit-Porzellan-Relief im Hochoval: Karl Theodor Kurfürst von Pfalz-Bayern (um 1797)
    • Die im Kurstaat Bayern verfügte Aufhebung des Jesuitenordens
    • Bayern am Vorabend der Durchführung der Säkularisation
  8. Zusammenfassung
  9. Nachwort
    • »Konfessionssplitter« im Habsburger Kaiserreich im Vergleich mit Altbayern (außer der Oberpfalz)
    • Nachweis von relevanten Gnadenbildkopien im Bistum Passau (1984) sowie in den Dekanaten Erding und Dorfen (1986)
    • Wittelsbacher Wallfahrt zum Gnadenort Hohenpeißenberg
    • Resümee über die Frömmigkeit Altbayerns im ausgehenden 18. Jahrhundert. Das Phänomen »RENOVATIO ECCLESIAE« in der Zeit der Regierung (1825-1848) König Ludwigs I.
    • Ein bisher kaum bekannter Beweis für die von König Ludwig I. durchgeführten frömmigkeitsgeschichtlichen Erneuerungsbestrebungen waren die von ihm wiedereingeführten (seit 1803 strikt verbotenen) Trachten der religiöen Bruderschaften in Bayern. Die königliche Erlaubnis wurde anläßlich der »großen« Münchener Fronleichnamsprozession (1839) erteilt. Beleg ist die themengleiche, vierteilige Folge von kolorierten Lithographien, die im gleichen Jahre von Karl Grünwedel (1815 bis 1895) ausgeführt wurde
    • Eine relativ unbekannte Schilderung (1835) von August Lewald über die berühmte Münchener Fronleichnamsprozession. Eine themengleiche Farblithographie mit der Ansicht des aus gleichem Anlaß an der Mariensäule errichteten Altares von Th. Böhme / A. v. Ramberg (1850) (König Ludwig-Album). Hier erstveröffentlichte Aquarellskizze (1850 ff.) mit der »Nachfronleichnamsprozession« der Stadtpfarrei St. Peter, ein Werk der damals in München lebenden Künstlerin Helisena Girl
  10. Anhang.
  11. Addenda

Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Register
Bildnachweis