Jugendstil
Namensgeber des Jugendstils war die künstlerische Wochenzeitschrift »Die Jugend« die erstmals im Mai 1896 in München erschien. Der Jugendstil währte nur die kurze Zeit von 1896 bis 1914.
Gebäude- Römerstrasse 11
- Romanstrasse 5
- Maria-Theresia.Straße 27
- Mauerkircherstraße (mehrere Häuser)
- Holbeinstraße
- Ainmillerstr. 22
- Possartstraße 5
- Lucile-Grahn Straße 47 (Eckhaus)
- Kellerstraße
- Preysingplatz
- Müllerische Volksbad
- Rondell Neuwittelsbach 19
- Nibelungenstraße 48
- Lachnerstraße (Eckhaus Aiblinger Sraße)
- Lachnerstraße 33
- Lachnerstraße 1, 2, 3 (Mietshäuser)
- Böcklinstraße 34/36
- Pilarstraße 7
- Nördliche Auffahrtsallee 24/25
- Ruffinistraße 4/6 (Johann Lang/Karl Fendt)
- Orffstraße 4
- Volkartstraße 40
- Volkartstraße 70
- Volkartstraße 72
- Frundsbergstraße 5
- Frundsbergstraße 8
- Frundsbergstraße 12
- Leonrodstraße 38-42
- Ysenburgstraße 7
- Ysenburgstraße 11
- Schulstraße 41
- Schulstraße 45
- Schulstraße 47
- Schlörstraße 4
- Rumfordstraße 6 (floraler Jugendstil)
- Landwehrstraße 67
- Schillerstraße 20
- Fotostudio Elvira (Endell)
- Kaimsaal (Martin Dülfer - Türkenstraße 5)
- Dülfer, Martin
- Zeh August
- Hatzl Anton
Volltext / Weitere Informationen
4- teilige Vortragsreihe im Institut Bavaricum, Elf Zuber; 12.11. - 3.12.09,
Thema: Internationaler Jugendstil - Ein Feuerwerk der Farben und Formen
Referentin: Anne Mischke-Jüngst
Ende des 19.Jh. fordern in vielen Teilen Europas fortschrittlich denkende Künstler eine neue, moderne, zeitgemäße, antihistorische, antitraditionelle Kunst. Sie begehren auf gegen rückwärts gerichtete Formen des Historismus. Kunst soll von Einfachheit, Ehrlichkeit, Zweckmäßigkeit und Materialgerechtigkeit geprägt sein. Formal sind die Ideen zur überwindung des Historismus sehr uneinheitlich. Deshalb ist der „Jugendstil" weniger ein Stil, der sich durch einheitliche Formen auszeichnet, sondern viel mehr eine Sammlung von Vorschlagen für Gestaltungsweisen des 20. Jh.
Begriff: von der Zeitschrift „Jugend", 1896, geprägt. Darin Vignette/Weinranke von Otto Eckmann, deren Form so neuartig und ungewohnt war, dass man sie als „Jugendstil" bezeichnete. Im Laufe der Zeit erhielten alle neuen Formerscheinungen in der Kunst die Bezeichnung „Jugendstil". In österreich: Sezessionsstil, Stil der in England, Amerika: Modern StylelStyle Liberty, in Frankreich: L Art Nouveau, in Spanien: Modernisme
Zeitspanne: in England erscheinen die ersten Jugendstilformen bereits in den 80er Jahren des 19.Jh., auf dem Festland zwischen 1895 - 1910, spätestens mit Beginn des 1. Weltkrieges war der Jugendstil vorbei
England und die Anfänqe der neuen Bewegung
William Morris will Kunst erneuern durch Verbesserung der Qualität. Er ist gegen industrielle Produktion und für manuelle Fertigung. Arts-and-Crafts-Bewegung will nach mittelalterlichem Vorbild Kunst und Handwerk wieder miteinander verbinden. „Kunst für nAlle" heißt das Motto, Los der Armen soll mit Kunst verbessert werden. Versuch scheitert, weil sich „Kunst für Alle" bei gleichzeitiger hoher Qualität nicht realisieren lässt. Objekte sind zu teuer.
Englische Künstler:
- Charles Robert Ashbee, wichtiger Vertreter der Arts-and-Crafts-Bewegung
- Charles Annesley Voysey, entwirft als Architekt vor allem Möbel, Inneneinrichtung
- Hugh Mackay Baillie-Scott, extravaganter Möbelstil, ungewöhnlich für England
- Archibald Knox, Stardesigner von Liberty & Co., London
- Frederick James Partridge, Liberty & Co. u.a.
- "Martin Bros." (Brothers), bedeutende Keramikwerkstatt in London
Japan als Anreper für den Jugendstil
In Japan hat es nie einen Bruch gegeben zwischen Kunst und Handwerk. Deshalb gilt der japanische KünstlerHandwerker als beispielhaft für europäische Kunstgewerbler, Maler und Grafiker. Bedeutendster japan. Künstler für den Jugendstil: Katsushika Hokusai (1760-1849)
Druckqrafik
Im grafischen Gewerbe hat sich die moderne Linienkunst, die den Jugendstil dann später auszeichnen wird, schon in den 80er Jahren in England gezeigt. Kunstzeitschriften verbreiten die modernen Ausdrucksformen auf dem Festland.
Europäische Künstler:
- Henry Toulouse-Lautrec
- Vincent van Gogh
- Paul Cezanne
- Harret Clarke
- Selwyn Image
- Heywood Sumner
- Charles Ricketts
- Arthur H. Mackmurdo
- Aubrey Vincent Beardsley
- Robert Burns
- William Bradley
Fortsetzung Druckgrafik
Viele Künstler sind fasziniert von der amerikanischen Tänzerin Loie Fuller = Muse des Jugendstils. Ihr berühmter Tanz ließ die Fuller zum lebenden Riesenornament werden. Europäische Künstler, die die Fuller gezeichnet haben:
- William Bradley
- Koloman Moser
- Henry Toulouse-Lautrec
- Thomas Theodor Heine
Druckprafik in Deutschland
Neue Publikationsorgane:
- 1889 Zeitschrift für Innendekoration
- 1895 PAN
- 1896 Jugend
- 1896 Simplizissimus
- 1897 Dekorative Kunst
- 1899 Die Insel
Illustratoren der versch. ZS:
- Josef Sattler, PAN
- Ludwig von Zumbusch, Jugend
- Paul Haustein, Jugend
- Paul Riess, Jugend
- Otto Eckmann, PAN/Jugend
- Thomas Theodor Heine, Simplizissimus, PAN
- Richard Grimm, PAN
- Walter Leistikow,PAN
- Peter Gehrens, PAN
- Bruno Paul, Jugend
Jugendstil in Deutschland
München: Ausgangspunkt für Verbreitung des Jugendstils in Deutschland. Name des Stils in München kreiert.
Wichtige Initiatoren:
- Georg Hirth, Herausgeber der ZS Jugend
- Hermann, Obrist, Schlüsselfigur des Münchner Jugendstils; Ausstellung mit Seidenstickereien als „die Geburt einer neuen Kunst" gefeiert. Seine Brunnenentwürfe in abstrakten Formen sind seiner Zeit weit voraus.
- Martin Dülfer, Wegbereiter der deutschen Jugendstilarchitektur.
Bernheimer Palais, 1887, erstmals Eisenkonstruktion unverkleidet,
Villa Bechtolsheim, Maria-Theresia-Str., Eigenes Wohnhaus Leopoldstr.
77, Gedonstr. 4-6, Ohmstr. 13-17
Weitere Jugendstilhäuser: Johann Ziffer, Lucile-Grahn-Str. 47; August Endell, Fotoatelier Elvira,
von-der-Tann-Str., Am Harras 13 u. 14
Angewandte Kunst:
- Friedrich Adler, vertritt florale Richtung des Münchner Jugendstils.
- Peter Gehrens, vertritt die dekorativ, abstr4te Richtung, liebt auch Pathosformen.
- ritz von Miller, Goldschmied, entwirft Objekte in Naturformen, in oft surrealen
Kombinationen. - Bruno Paul, Kerzenständer zeigt bereits 1901 Abkehr von floralem Ornament und geschwungenen Linien, stattdessen geometrische Rillen.
- Carl Georg von Reichenbach, herausrag. Glasobjekte z.T. nach antiken u. mittelalterl. Vorbildern.
- Richard Riemerschmid, einer d. bedeutendsten deutschen Kunstgewerbler, vertritt die funktionale und rationale Richtung, charakteristisch das Bodenständige seiner Kunst.
- Theodor Schmuz-Baudiss, einer der „fruchtbarsten keramischen Künstler".
- Gertraud von Schnallenbühel, entwirft 24-armigen Leuchter, bei dem Funktion u. Ornament eine Einheit bilden.
Mathildenhöhe Darmstadt: Mathitde war Tochter König Ludwigs 1. von Bayern. Heiratete 1833 künftigen Großherzog Ludwig III von Hessen Darmstadt. Sie starb 1862.
Großherzog Ernst Ludwig von Hessen gründet 1899 Künstlerkolonie zur Erneuerung der Kunst u. um hessisches Gewerbe vor Niedergang zu bewahren. 7 Künstler werden berufen, die an der Stätte ihres Wirkens auch wohnen sollen. Deshalb Bau von Künstler-Wohnhäusern, die auch als Ausstellungsobjekte dienen sollen. 6 Häuser erbaut der österreichische Architekt Joseph Maria Olbrich (Secession Wien), Peter Gehrens (zuvor in München) baut sein eigenes Haus. Innerhalb von 10 Jahren vollzog sich auf der Mathildenhöhe eine vorbildliche Erneuerung der Architektur u. des Kunstgewerbes.
Künstler:
- Joseph Maria Olbrich, Architekt, aber auch Universalkünstler wie alle anderen. Neigt zu strengen Formen in der angewandten Kunst u. geometrischem Ornament wie Wiener Kollegen.
- Peter Gehrens, Maler, Grafiker, Universalkünstler, vertritt noch mehr als in München den „reinen Jugendstil", bei dem Gegenstand (Architektur) und Ornament eine Symbiose bilden.
- Patriz Huber, entwirft Schmuckstücke in sehr moderne Formen u. Ornamentik.
- Hans Christiansen, Universalkünstler, berühmt „Christiansen-Rose", aber auch Neigung zum Symbolismus.
- Bernhard Hoetger, Bildhauer, Bronzeskulptur der Tänzerin Loie Fuller.
- Friedrich Wilhelm Kleukens, Mosaik „Der Kuss" im Hochzeitsturm, entführt in eine paradiesische Welt.
Berühmtestes Bauwerk auf der Mathildenhöhe ist Hochzeitsturm = Geschenk der Stadt Darmstadt zur Hochzeit des Großherzogs. Trägt Inschrift:
„Habe Ehrfurcht vor dem Alten, und Mut, das Neue zu wagen. Bleibe treu der eigenen Natur und treu den Menschen, die du liebst."
Zimmer des Großherzogs u. der Großherzogin im Hochzeitsturm sind heute Trauzimmer für die öffentlichkeit.
Letzte Ausstellung auf der Mathildenhöhe fand 1914 statt. Mit Ausbruch des 1. Weltkriegs stellt Künstlerkolonie ihre Tätigkeit ein. Außer den Wohnhäusern der Künstler werden die übrigen Gebäude heute museal genutzt.
Suchbegriffe:
JugendstilKunst & Denkmal
| Name | Künstler | Straße | Jahr |
|---|---|---|---|
| Jugendstilbrunnen |
Baudenkmäler
| Name | Straße | Stadtteil |
|---|---|---|
| Jugendstil-Gartenmauer | Siegesstraße 0 | 12. Schwabing-Freimann – Schwabing |
| Freistehendes Jugendstilhaus | Bothmerstraße 7 | 9. Neuhausen-Nymphenburg – Neuhausen |
| Wandverkleidung mit Jugendstilornamenten | Ledererstraße 11 | 1. Altstadt-Lehel – Graggenau |
| Jugendstil (Popp Franz) | Tengstraße 25 | 4. Schwabing-West – Neuschwabing |
| Jugendstil-Eckhaus | Georgenstraße 46 | 4. Schwabing-West – |