1848

Kirchenstaat
Novatian (0)
Pius IX. (Sl.) (1846-1878)
Bayern
König Ludwig I. (1825-1848)
König Maximilian II. (1848-1864)

Geschichte

Beginn der Wohnungsreform

Im Revolutionsjahr 1848 setzte in München eine intensivere Diskussion über die katastrophalen Wohnverhältnisse der unteren Bevölkerungsschichten ein. Die zunehmende Industrialisierung, das Bevölkerungswachstum und die Überbelegung der Wohnungen machten die Wohnungsfrage zu einem wichtigen sozialen und kommunalpolitischen Thema.

Die Sitzungen des Magistrats wurden öffentlich

Die Sitzungen des Magistrats in München wurden öffentlich. Diese Veränderung förderte Transparenz und Bürgerbeteiligung, indem sie den Einwohnern erstmals Einblicke in die Entscheidungsprozesse und Debatten der städtischen Verwaltung ermöglichte.

Gescheiterter Versuch der Judenemanzipation

Die Revolution von 1848 weckte auch in Bayern große Hoffnungen auf politische Reformen und mehr Bürgerrechte. Im Zuge der Märzrevolution kündigte König Maximilian II. an, die rechtliche Stellung der jüdischen Bevölkerung verbessern zu wollen. Geplant war ein Gesetz, das den Juden weitgehende Gleichberechtigung verschaffen und bestehende Beschränkungen bei der Berufswahl, der Niederlassung und der Ausübung öffentlicher Ämter beseitigen sollte.

Die Pläne stießen jedoch auf heftigen Widerstand. Vor allem konservative Kreise, Teile des Landtags, der Kirchen sowie zahlreiche Bürger lehnten eine vollständige Gleichstellung der Juden ab. Antijüdische Vorurteile waren in weiten Teilen der Gesellschaft tief verwurzelt. Gegner der Reform befürchteten wirtschaftliche Konkurrenz und den Verlust traditioneller Privilegien. In zahlreichen Petitionen und öffentlichen Stellungnahmen wurde Druck auf die Regierung ausgeübt.

Angesichts dieses Widerstands zog die bayerische Regierung das Vorhaben schließlich zurück. Die angekündigte Judenemanzipation scheiterte, und die jüdische Bevölkerung blieb weiterhin zahlreichen rechtlichen Einschränkungen unterworfen. Erst Jahrzehnte später, im Zuge der Reichsgründung und der Verfassung des Deutschen Reiches von 1871, erhielten die Juden auch in Bayern die volle staatsbürgerliche Gleichstellung. Das Scheitern von 1848 zeigt, wie schwer sich selbst reformorientierte Regierungen mit der Überwindung jahrhundertealter Vorurteile taten.


 

9.2.1848Protest der Bürgerschaft gegen die Schließung der Universitäten

Tausende von Bürgern ziehen zu Residenz, die auch finanzielle Einbußen durch die Schließung befürcheten. König Ludwig I. sagt Öffnung der Uni zu.

10.2.1848Sturm auf das Haus der Lola Montez
Bild zu Sturm auf das Haus der Lola Montez

Am 10. Februar 1848 stürmten Bürger in München das Haus von Lola Montez, der umstrittenen Geliebten König Ludwigs I. von Bayern. Ihr Einfluss auf den König und ihre politischen Einmischungen führten zu Unruhen.

3.3.1848Münchner Bürger fordern Reformationen

10.000 Bürger (30% der Einwohner) unterzeichnen im Rathaussaal ein an den König gerichtetes Schreiben, indem Reformem gefordert werden.

4.3.1848Prinz Carl beruhigt die Volksmassen
Bild zu Prinz Carl beruhigt die Volksmassen

Nach dem Sturm auf das Zeughaus maschierten die aufgebrachten Bürger uber den Stachus zur Residenz. Prinz Carl gelang es jedoch die Volksmenge auf dem Promenadeplatz zu stoppen und zu beruhigen.

16.3.1848Rücknahme des Indigenats für Lola Montez

Lola Montez wurde das bayerische Indigenat (die Staatsbürgerschaft) entzogen. Ihr erheblicher Einfluss auf den König führte zu wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung und politischen Spannungen. Angesichts des Drucks sah sich Ludwig gezwungen, Montez’ Indigenat zurückzunehmen, um die Lage zu beruhigen.

20.3.1848Abdankung von Ludwigs I. wegen der Affäre mit Lola Montez

Die Affäre Ludwigs I. mit Lola Montez führte im März 1848 im Rahmen der allgemeinen Unruhen in Deutschland zur Abdankung des Königs. Sein Sohn Maximilian tritt die Nachfolge an.

20.3.1848Regierungsantritt von König Maximilian II.

Nach seiner Thronrede betont König Maximilian „Ich bin stolz, mich einen konstitutionellen König zu nennen.“

18.10.1848Bierpreiskrawall im Pschorr Bräuhaus

Der Bierpreiskrawall im Pschorr Bräuhaus in München war ein Ausdruck sozialer Unzufriedenheit, ausgelöst durch eine Erhöhung des Bierpreises. Dieses Ereignis spiegelt die Spannungen zwischen der arbeitenden Bevölkerung und den Obrigkeiten wider, wobei Bier als Grundnahrungsmittel galt. Die Proteste verdeutlichen die Bereitschaft der Menschen, gegen Maßnahmen vorzugehen, die ihre ohnehin schon schwierigen Lebensbedingungen weiter verschärften.

31.10.1848Abschluß eines Vertrages zur Beleuchtung der Straßen mit Gas

Der Magistrat der "Königlichen Haupt und Residenzstadt" schließt mit dem Genfer Bankier Christian Friedrich Kohler einen Vertrag zur Beleuchtung öffenllicher Straßen und Plätze mit Gas aus Steinkohle. Die Laufzeit beträgt 25 Jahre.

Kunstgeschichte
Widnmann Max vonOrlando di Lasso-Statue
Münchden, Promenadenplatz