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Mathilde, Prinzessin von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: von Bayern

* 17.08.1877 (Lindau) – † 06.08.1906 (Davos) · Starnberg-Rieden (St. Peter und Paul)

Mathilde

Kinder

Keine Kinder erfasst
Prinzessin Mathilde von Bayern, eine Tochter von König Ludwig III. und Königin Maria Theresa, war eine der beliebtesten Gestalten des späten bayerischen Königreichs. In der Münchner Stadtgesellschaft war sie vor allem für ihr lebhaftes Temperament und ihren feinsinnigen Humor bekannt, was ihr den liebevollen Beinamen „Sause-Maidi“ einbrachte. Als Mitglied der kinderreichen Wittelsbacher-Familie wuchs sie in der Residenz und auf Schloss Leutstetten auf, wobei sie eine besondere Leidenschaft für die Literatur und die Poesie entwickelte.

Ihre Heirat mit Ludwig Gaston von Sachsen-Coburg und Gotha führte sie in internationale Kreise, doch blieb ihre Verbindung zur bayerischen Heimat stets das emotionale Zentrum ihres Lebens. Mathilde galt als talentierte Dichterin; ihre Verse spiegelten oft die Sehnsucht nach den bayerischen Bergen und die tiefe Verbundenheit mit der Natur wider. Neben ihrer künstlerischen Ader widmete sie sich, dem Beispiel ihrer Familie folgend, zahlreichen wohltätigen Aufgaben in München und unterstützte soziale Einrichtungen, die sich um Frauen und Kinder in Not kümmerten.

Das Schicksal der Prinzessin war jedoch von gesundheitlichen Prüfungen überschattet. Dennoch bewahrte sie sich eine optimistische Ausstrahlung, die sie zu einer geschätzten Repräsentantin des bayerischen Königshauses machte. In der historischen Rückschau auf die Stadtgeschichte Münchens wird Mathilde als eine Frau erinnert, die den starren höfischen Alltag durch ihre Kreativität und ihre menschliche Wärme aufbrach. Ihr früher Tod hinterließ eine Lücke in der bayerischen Hauptstadt, in der sie als Sinnbild für eine moderne, volksnahe und kulturell interessierte Prinzessin galt.