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Elisabeth Marie, Prinzessin von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: von Bayern

* 08.01.1874 (München) – † 04.03.1957 (Gresten) · Friedhof

Elisabeth Marie

Kinder

Keine Kinder erfasst
Prinzessin Elisabeth Marie von Bayern, verheiratete Gräfin Seefried auf Buttenheim, nimmt eine besondere Stellung in der Wittelsbacher Familiengeschichte ein, da ihre Biografie einen frühen Bruch mit dynastischen Normen markiert. Als älteste Tochter von Prinz Leopold von Bayern und Erzherzogin Gisela von Österreich war sie zugleich das erste Enkelkind von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth.

Ihre historische Bedeutung resultiert vor allem aus ihrer Entscheidung zur Flucht und heimlichen Eheschließung mit dem evangelischen Freiherrn Otto von Seefried auf Buttenheim. Da diese Verbindung nicht den Anforderungen einer standesgemäßen Heirat entsprach, löste sie eine schwere Krise innerhalb der bayerischen Herrscherfamilie und beim Prinzregenten Luitpold aus. Erst durch die Intervention ihrer Mutter und ihres kaiserlichen Großvaters kam es nach Jahren zu einer allmählichen Versöhnung. Kaiser Franz Joseph legitimierte die Verbindung nachträglich, erhob Otto von Seefried in den Grafenstand und unterstützte das Paar materiell durch die Schenkung eines Schlosses bei Wien.

Trotz des formalen Abstiegs in den niederen Adel pflegte Elisabeth weiterhin enge Kontakte zum Wiener Hof und wurde häufig von ihrem Großvater besucht. Ihr Lebensweg verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen persönlicher Selbstbestimmung und den starren Verpflichtungen des Hochadels im ausgehenden 19. Jahrhundert. Ihre über sechs Jahrzehnte währende, harmonische Ehe und die Integration ihrer Kinder in den Kreis der kaiserlichen Familie zeigen die schrittweise Akzeptanz ihrer unkonventionellen Lebensentscheidung innerhalb des europäischen Hochadels.