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Ludwig Ferdinand, Prinz von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: von Bayern

* 22.10.1859 (Madrid) – † 23.11.1949 (München (Schloss Nymphenburg)) · St. Michael

Ehen:
1. 02.04.1883 in Madrid · mit Maria de la Paz
Ludwig Ferdinand

Kinder

Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten im Hause Wittelsbach, da er die traditionellen Rollen eines königlichen Prinzen mit einer außergewöhnlichen beruflichen Karriere verband. Als Sohn von Prinz Adalbert und der spanischen Infantin Amalia del Pilar wuchs er in einem Umfeld auf, das ihn sowohl mit der bayerischen als auch mit der spanischen Kultur tief vertraut machte.

Was Ludwig Ferdinand jedoch besonders auszeichnete, war sein Entschluss, Medizin zu studieren. In einer Zeit, in der Mitglieder des Hochadels fast ausschließlich militärische Laufbahnen einschlugen, wurde er ein angesehener Chirurg und Gynäkologe. Während seiner Militärzeit im Deutsch-Französischen Krieg diente er nicht nur als Offizier, sondern engagierte sich leidenschaftlich in der medizinischen Versorgung Verwundeter. Später praktizierte er in München und war für seine fachliche Kompetenz sowie seine Menschlichkeit über alle Standesgrenzen hinweg bekannt.

Neben der Medizin war die Musik seine zweite große Leidenschaft. Er galt als exzellenter Geiger und pflegte eine enge Freundschaft mit Richard Strauss. Seine Heirat mit seiner spanischen Cousine Infantin Maria de la Paz festigte die ohnehin engen Bande zum Madrider Hof und führte dazu, dass er zeitleben eine wichtige Mittlerrolle zwischen beiden Nationen einnahm.

In unserem Stammbaum repräsentiert Ludwig Ferdinand den Typus des modernen, bürgerlich orientierten Prinzen. Er bewies, dass königliche Herkunft und eine fundierte akademische Berufung einander nicht ausschließen. Sein Wirken in München hinterließ tiefe Spuren, sowohl in der städtischen Medizingeschichte als auch im kulturellen Leben der Prinzregentenzeit.