Heinrich Raspe IV. Landgraf

Heinrich Raspe IV., Landgraf

Haus: Ludowinger

* 1204 – † 16.02.1247 (Wartburg) bei Eisenach /Katharinenkloster

Heinrich Raspe IV.
Herrscher
Landgraf von Thüringen und Gegenkönig zu den römisch-deutschen Königen Friedrich II. sowie Konrad IV.
Eltern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Heinrich Raspe IV. entstammte dem thüringischen Fürstengeschlecht der Ludowinger und gehörte zu den bedeutenden politischen Akteuren der letzten Phase der staufischen Herrschaft im Heiligen Römischen Reich. Als Sohn des Landgrafen Hermann I. wuchs er am thüringischen Hof auf, der zu dieser Zeit ein kulturelles und politisches Zentrum des mitteldeutschen Adels darstellte. Nach dem Tod seines Bruders Ludwig IV. übernahm er zunächst die Regentschaft für dessen minderjährigen Sohn und verwaltete damit die Landgrafschaft Thüringen sowie die damit verbundenen Besitzungen. 

Nach dem frühen Tod seines Neffen ging die Herrschaft schließlich vollständig auf ihn über. In den folgenden Jahren versuchte Heinrich Raspe, die weit verstreuten ludowingischen Territorien politisch zu sichern und enger miteinander zu verbinden. Seine Stellung im Reich wurde zusätzlich gestärkt, als er im Auftrag Kaiser Friedrichs II. zeitweise Aufgaben in der Reichsverwaltung übernahm und damit zu den wichtigen Fürsten im Umfeld der staufischen Reichspolitik zählte. 

Im Zuge des Konflikts zwischen Kaiser und Papsttum änderte sich jedoch die politische Lage. Nachdem Papst Innozenz IV. die Absetzung Friedrichs II. verkündet hatte, stellte sich Heinrich Raspe auf die Seite der päpstlichen Partei. Mit Unterstützung mehrerer geistlicher Fürsten wurde er daraufhin von einer Gruppe Reichsfürsten zum römisch-deutschen König gewählt und trat damit als Gegenkönig gegen Konrad IV., den Sohn Friedrichs II., auf. Aufgrund dieser engen Verbindung zum päpstlichen Lager erhielt er bereits in zeitgenössischen Quellen den Beinamen „Pfaffenkönig“. 

Seine Herrschaft blieb jedoch kurz und politisch umstritten. Zwar konnte er in militärischen Auseinandersetzungen zunächst Erfolge erzielen, doch verhinderten Widerstände im Reich eine dauerhafte Durchsetzung seines Königtums. Mit seinem Tod endete zugleich die männliche Linie der Ludowinger. Die daraus resultierenden Erbansprüche führten zu langwierigen Konflikten um Thüringen und Hessen und veränderten dauerhaft die politische Ordnung dieser Regionen. 
Lebensstationen & Ereignisse
🛡➖ Linie_ende Er war der letzte Ludowinger in direkter männlicher Linie