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Franz II., Kaiser HRR

Haus: Habsburg-Lothringen

* 12.02.1768 (Florenz) – † 02.03.1835 (Wien) · Kapuzinergruft

Ehen:
1. 10.11.1816 in Pfarrkirche des Kaiserhofes · mit Karoline Auguste von Bayern
Franz II.
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Franz II. nimmt als letzte große Gestalt des Alten Reiches eine Sonderstellung in der europäischen Geschichte ein. Als Sohn von Kaiser Leopold II. und Maria Ludovica von Spanien geboren, trat er ein schweres Erbe an: Seine Herrschaft war fast durchgehend vom existentiellen Kampf gegen das revolutionäre und napoleonische Frankreich geprägt.

In die Annalen ging er vor allem als der „Doppelkaiser“ ein. Angesichts des drohenden Zerfalls des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation proklamierte er sich zum Kaiser von Österreich. Nur zwei Jahre später legte er die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder, womit eine fast tausendjährige Epoche endete. Als Franz I. von Österreich widmete er sich fortan der Konsolidierung seines Vielvölkerstaates und wurde zu einem Sinnbild der Beständigkeit in politisch instabilen Zeiten.

Für die bayerische Stadtgeschichte und den Stammbaum der Wittelsbacher ist er durch seine engen familiären und politischen Verflechtungen von Bedeutung. Seine Regierungszeit fiel mit dem Aufstieg Bayerns zum Königreich zusammen – ein Prozess, den er als Oberhaupt des Reiches und später als Nachbar skeptisch, aber gezwungenermaßen begleitete. Durch die Vermählung seiner Tochter Marie-Louise mit Napoleon Bonaparte versuchte er zudem, den Frieden in Europa dynastisch zu sichern, was ihn zum Schwiegervater seines größten Widersachers machte.

Franz II. prägte durch seine konservative Haltung und das unter ihm etablierte „System Metternich“ das politische Klima des Biedermeier, das auch in München deutliche Spuren hinterließ. Er blieb bis zu seinem Lebensende ein Verfechter der monarchischen Legitimität und der dynastischen Solidarität unter den großen europäischen Herrscherhäusern.