Franz I. Stephan Kaiser des HRR

Franz I. Stephan, Kaiser des HRR

Haus: Orléans

* 08.12.1708 (Nancy) – † 18.08.1765 (Insbruck) Wien /Kaisergruftd

Franz I. Stephan
Herrscher
1729 bis 1736 als Franz III. Herzog von Lothringen und Bar,
ab 1737 als Franz II. Großherzog der Toskana
ab 1745 als Franz I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
Eltern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Franz I. Stephan von Lothringen markiert als Mitbegründer des Hauses Habsburg-Lothringen eine Zäsur in der europäischen Geschichte des 18. Jahrhunderts. Geboren als Herzog von Lothringen und Bar, verzichtete er im Zuge der diplomatischen Neuordnung Europas auf sein Stammland zugunsten des Großherzogtums Toskana. Durch seine Vermählung mit Maria Theresia von Österreich, der Erbin der habsburgischen Erblande, wurde er zum Stammvater einer Dynastie, die das Schicksal des Kontinents bis in das 20. Jahrhundert prägte.

Nach seiner Wahl und Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches fungierte er offiziell als höchster Würdenträger des Reiches. Während Maria Theresia die Regierungsgeschäfte in den Erblanden dominierte, widmete sich Franz I. Stephan mit außerordentlichem Geschick der Sanierung der kaiserlichen Finanzen. Er bewies dabei ein modernes Verständnis von Wirtschaft und Handel, gründete Manufakturen und baute ein privates Finanzimperium auf, das die wirtschaftliche Basis des Kaiserhauses langfristig sicherte.

Neben seinen politischen und ökonomischen Verpflichtungen war er ein bedeutender Förderer der Naturwissenschaften und der Kunst. Seine umfangreichen Sammlungen bildeten den Grundstock für das Naturhistorische Museum in Wien, und die Gründung des Tiergartens Schönbrunn geht auf seine Initiative zurück. Sein Wirken vereinte den Typus des barocken Monarchen mit dem eines aufgeklärten, unternehmerisch denkenden Fürsten, der den Übergang der kaiserlichen Verwaltung in ein neues Zeitalter maßgeblich beeinflusste.