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Otto V. der Faule, Herzog

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-Landshut

* 1346 – † 15.11.1379 (Burg Wolfstein an der Isar)

Otto V.

Kinder

Keine Kinder erfasst
Otto V. von Bayern, auch genannt der Faule, war ein Angehöriger des Wittelsbacher Hauses, der im 14. Jahrhundert in mehreren wichtigen Herrschaftsrollen wirkte. Er entstammte der Linie Ludwigs IV., des „Bayern“, und war gemeinsam mit seinen Brüdern zunächst Mitherzog von Bayern. Durch familiäre Teilungen und politische Vereinbarungen erhielt Otto große Gebiete, darunter die Mark Brandenburg, die er als Markgraf und Kurfürst verwaltete. 

In Brandenburg war Otto formal hoher Regent, doch seine Regierungszeit war von Schwierigkeiten geprägt. Finanzielle Belastungen, Konflikte mit lokalen Ständen und schwacher Verwaltung hinterließen ein Land, das politisch und wirtschaftlich stark belastet war. Diese Phase endete, als er die Regierungsverantwortung an seinen Bruder übergab und die vormals wittelsbachische Herrschaft dort zurückging. 

Otto suchte auf politischem Wege Bindungen zu anderen mächtigen Häusern. Durch seine Ehe mit Katharina von Böhmen, Tochter des Kaisers Karl IV., wurde er in die Reichspolitik eingebunden und mit weiteren territoriale Ausgleichszahlungen bedacht. Doch diese Verbindung blieb kinderlos und trug nicht zur dauerhaften Sicherung seiner Macht bei. 

Nach seinem Verlust der Kurmark und der Brandenburger Herrschaft zog sich Otto in sein bayerisches Herrschaftsgebiet zurück, wo er gemeinsam mit seinen Verwandten über Niederbayern herrschte und Besitzungen im oberpfälzischen Raum erwarb. In späteren Jahren wurde sein Einfluss durch innere Differenzen und äußere politische Realitäten weiter geschmälert, bis er schließlich seine Zeit vor allem in Bayern verbrachte. 

Otto V. hinterließ keine direkten Nachkommen und gilt in der Geschichte als ein Vertreter seiner Zeit, dessen politische Rollen und wechselnde Herrschaftsflächen exemplarisch für die dynastischen Herausforderungen des späten Mittelalters stehen.