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Friederike von Bretzenheim, Gräfin von Bretzenheim

* 09.12.1771 – † 02.03.1816 (Oberhausen Schloss)

Friederike von Bretzenheim

Kinder

Keine Kinder erfasst
Friederike von Bretzenheim war eine Schlüsselfigur im privaten Beziehungsgeflecht des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor. Als Tochter des Kurfürsten und seiner favorisierten Mätresse, der Wienerin Josepha Seyffert (später Gräfin von Heydeck), wurde sie in eine Welt hineingeboren, in der sie trotz ihrer außerehelichen Herkunft eine zentrale Rolle am Hof einnahm.

Ihr Vater, der keine legitimen Erben aus seiner Ehe mit Elisabeth Auguste hatte, konzentrierte seine gesamte väterliche Fürsorge auf seine "natürlichen" Kinder. Um Friederike und ihre Geschwister gesellschaftlich zu legitimieren, erhob er sie in den Stand von Reichsgrafen und -gräfinnen von Bretzenheim. Dieser Titel war mit der Herrschaft Bretzenheim an der Nahe verbunden, die Karl Theodor eigens für sie erworben hatte, um ihnen den Status von Standesherren zu sichern.

Friederike galt als die Lieblingsstochter des Kurfürsten. Ihre Erziehung am Mannheimer und später Münchner Hof war exzellent und entsprach dem Standard einer Prinzessin. Im Jahr 1796 wurde sie mit dem Grafen Maximilian von Westerholt-Gysenberg verheiratet. Diese Ehe war ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis in München und festigte die Integration der Bretzenheim-Linie in den hohen Adel des Reiches.

Für die Stadtgeschichte Münchens ist Friederike von Bedeutung, da sie und ihre Geschwister den Kurfürsten in seinen späteren Jahren in München begleiteten. Ihre Anwesenheit an der Residenz und die offensichtliche Bevorzugung durch Karl Theodor führten oft zu Spannungen mit der bayerischen Elite, prägten jedoch das höfische Leben am Vorabend der napoleonischen Ära entscheidend mit.

Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1799 zog sie sich mit ihrem Ehemann auf dessen Güter nach Westfalen zurück. Ihr Leben steht beispielhaft für die Bemühungen eines absolutistischen Herrschers, seine persönliche Zuneigung über dynastische Konventionen zu stellen und seinen Kindern einen festen Platz in der Geschichte des Hauses Wittelsbach zu sichern.