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Karl August, Fürst von Bretzenheim

* 24.12.1768 – † 27.02.1823 (Wien)

Karl August

Kinder

Keine Kinder erfasst
Karl August von Bretzenheim war der prominenteste uneheliche Sohn des Kurfürsten Karl Theodor und dessen Lebensgefährtin Josepha von Heydeck. Sein Lebensweg ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie weit die väterliche Fürsorge eines absolutistischen Herrschers gehen konnte, um die dynastischen Schranken der damaligen Zeit zu überwinden. Da Karl Theodor keinen legitimen Thronfolger hatte, setzte er alles daran, Karl August eine quasi-fürstliche Stellung im Reich zu verschaffen.

Bereits in jungen Jahren wurde er zum Reichsgrafen erhoben und erhielt die Herrschaft Bretzenheim an der Nahe als souveränes Territorium, was ihm den Status eines Standesherrn sicherte. Der Höhepunkt seiner Karriere war die Erhebung in den Reichsfürstenstand im Jahr 1789. Damit gehörte er formal zum exklusiven Kreis der regierenden Häupter des Heiligen Römischen Reiches, eine für einen „natürlichen“ Sohn höchst ungewöhnliche Ehre.

In München war Karl August eine ebenso präsente wie umstrittene Figur. Er bekleidete hohe Ämter am Hof, war Inhaber eines eigenen Regiments und Träger des Hubertusordens. Für die Stadtgeschichte Münchens ist er deshalb so wichtig, weil sein Vater enorme finanzielle Mittel aus dem bayerischen Staatsschatz aufwendete, um ihm einen standesgemäßen Lebensstil und prunkvolle Anwesen zu finanzieren. Dies führte bei den bayerischen Ständen und der rechtmäßigen Erblinie, dem Haus Pfalz-Zweibrücken, zu erheblichem Unmut.

Nach dem Tod Karl Theodors im Jahr 1799 änderte sich seine Lage schlagartig. Da er gegenüber der neuen bayerischen Linie unter Max I. Joseph keine Erbansprüche auf den Thron geltend machen konnte, verkaufte er seine Herrschaft Bretzenheim und zog sich schließlich nach Wien zurück. Er blieb jedoch ein Symbol für die späte Regierungsphase Karl Theodors, in der die Grenzen zwischen privatem Familienglück und staatlicher Politik in München zunehmend verschwammen.

Karl August hinterließ eine zahlreiche Nachkommenschaft, durch die das Blut der pfälzischen Wittelsbacher in viele europäische Adelsfamilien floss. Sein Leben markiert das Ende einer Ära, in der kaiserliche Gnade und väterliche Liebe eine bürgerliche Herkunft fast vollständig vergessen machen konnten.