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Antonie Barth, Frau von Bartolf

* 25.10.1871 (München) – † 23.05.1956 (Garmisch-Partenkirchen)

Ehen:
1. 19.11.1892 in München · mit Ludwig Wilhelm
Antonie Barth
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Antonie Barth, später geadelte Baronin von Bartolf, repräsentiert eine markante biografische Verbindung zwischen dem Münchner Bürgertum und dem bayerischen Hochadel. Als Tochter eines Gastwirts und einer Kaufmannstochter stammte sie aus bürgerlichen Verhältnissen, bevor ihre Laufbahn als Tänzerin am Münchener Hofballett ihren gesellschaftlichen Aufstieg einleitete.

Ihre historische Bedeutung resultiert primär aus ihrer morganatischen Ehe mit Herzog Ludwig in Bayern, dem älteren Bruder der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Da Ludwig für diese Verbindung auf sein Erstgeburtsrecht verzichtete, markiert Antonie Barth einen Wendepunkt in der dynastischen Tradition der herzoglichen Linie der Wittelsbacher. Die Erhebung in den Adelsstand zur Baronin von Bartolf durch König Ludwig II. sowie die Verleihung eines eigenen Wappens unterstreichen den Versuch, diese Verbindung formal zu legitimieren, wenngleich sie innerhalb der strengen höfischen Protokolle stets eine Sonderstellung einnahm.

Die Ehe wurde nach über zwei Jahrzehnten geschieden, woraufhin Antonie Barth eine zweite Ehe mit einem bürgerlichen Eisenbahnbeamten einging. Ihr Lebensweg verdeutlicht die sozialen Mobilitätsgrenzen und die komplexen Standesregeln des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Da die Ehe mit Herzog Ludwig kinderlos blieb, ergaben sich aus dieser Verbindung keine direkten dynastischen Fortführungen, doch bleibt ihre Person als Teil der erweiterten herzoglichen Familie im Kontext der Münchner Stadt- und Adelsgeschichte relevant. Ihre Biografie illustriert eindrucksvoll das Spannungsfeld zwischen persönlicher Lebensgestaltung und den starren gesellschaftlichen Erwartungen des Adels im Fin de Siècle.