Georg von der Pfalz, Bischof von Speyer
* 10.02.1486 (Heidelberg) – † 27.09.1529 (Bad Mingolsheim (Schloss Kislau)) Speyer /Kaiserdom
Kinder
Sein Wirken fiel in eine Ära tiefgreifender religiöser und politischer Umbrüche. Georg galt als ein Vertreter der Kirche, der trotz der aufkommenden reformatorischen Bestrebungen versuchte, die Traditionen und den Einfluss seines Bistums zu bewahren. Dabei profitierte er zeitlebens von der starken Hausmacht der Wittelsbacher, die ihre Familienmitglieder strategisch in den einflussreichsten geistlichen Ämtern des Reiches platzierten, um den dynastischen Einfluss abzusichern.
Innerhalb des Stammbaums repräsentiert Georg von der Pfalz jenen Teil der Familie, der die Geschicke der Kirche mit denen des Staates verknüpfte. Sein Leben verdeutlicht, dass die Wittelsbacher nicht nur als weltliche Herrscher in München oder Heidelberg agierten, sondern über Generationen hinweg das religiöse Leben im Heiligen Römischen Reich mitbestimmten. Als Bruder bedeutender Kurfürsten und Verwandter zahlreicher europäischer Regenten bleibt er ein wichtiges Glied in der dynastischen Kette, die die historische Identität der Pfalz und Bayerns bis heute prägt. Seine Biografie ist ein Zeugnis für die Machtpolitik des späten Mittelalters, in der familiäre Bindungen der Schlüssel zu den höchsten Ämtern waren.
SpeyerGeorg, geb. in Heidelberg am 10. Febr. 1486, wird Kanonikus in Mainz, Köln, Trier und Speier, Dompropst in Mainz (1499, resign. 1506), Propst am St. Donatians-Stifte in Brügge 10. Nov. 1502, Pfarrer in Hofheim und Lorch, Bischof von Speier am 12: Februar 1513.
Zum Priester geweiht am 10. Juli u. zum Bischof am 22. gl. M. 1515, starb Georg auf dem Schlosse Kisslau bei Bruchsal am 27. Septbr. 1529 und ruht im Kaiserdome zu Speier. (Denkmal mit Bildniss an einem der Mittelpfeiler ihm von seinem Nachfolger errichtet.)
NB. Schleissh. Gall. Portrait von unbekannter Hand Nr. 382; ein anderes von Hanns Holbein (? ?) findet sich im Saale II der Renaissance uns. b. Nat. Mus.