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Ludwig II. der Strenge, Herzog von Oberbayern

Haus: Wittelsbach Linie: Oberbayern

* 13.04.1229 (Heidelberg) – † 02.02.1294 (Heidelberg)

Ehen:
1. 1254 · mit Maria von Brabant
2. 24.08.1260 in Heidelberg · mit Anna von Schlesien
3. 24.10.1273 in Aachen · mit Mathilde von Habsburg
Ludwig II.

Kinder

Ludwig II., der in der älteren Überlieferung den Beinamen „der Strenge“ trägt, war ein bedeutender Herzog aus dem Hause Wittelsbach und prägte die Entwicklung Bayerns im 13. Jahrhundert. Er entstammte der Linie Herzog Ottos II. und übernahm mit seinem Bruder nach dem Tod des Vaters die Herrschaft über das gemeinsame Herzogtum. Bereits wenige Jahre später teilten sie die Lande: Während Heinrich XIII. Niederbayern erhielt, wurde Ludwig Herr in Oberbayern mit der Residenz in München und zusätzlich als Pfalzgraf bei Rhein tätig. 

Sein Beiname „der Strenge“ rührt aus einem Ereignis, das lange über seine Herrschaft hinaus in Erinnerung blieb: In einem tragischen Fehlurteil ließ er seine erste Ehefrau Maria von Brabant hinrichten, weil er sie fälschlich des Ehebruchs verdächtigte. Um diese Tat zu sühnen, stiftete er später das Kloster Fürstenfeld, das zu einer prägnanten kirchlichen Institution im Herzogtum wurde. 

Politisch war Ludwig nicht nur regional aktiv, sondern auch im Reich gesichert vernetzt. Er unterstützte unter anderem den König Richard von Cornwall bei einer Doppelwahl und förderte später den Aufstieg Rudolfs von Habsburg, was seinem Haus und seinen Besitzungen Vorteile brachte. Außerdem übernahm er für seinen Neffen Konradin die Vormundschaft und begleitete ihn auf einem Italienzug, ohne selbst in dessen tragisches Ende verwickelt zu werden. 

Ludwig erweiterte seine Machtbasis durch dynastische Verbindungen: Nach mehreren Ehen, darunter mit Anna von Glogau und Mathilde von Habsburg, brachte er sein Erbe sowohl in Bayern als auch in der Pfalz in stabile Bahnen. Auch wenn sein strenger Ruf oft hervorgehoben wird, zeigt seine Herrschaft zugleich die politischen und familiären Komplexitäten jener Zeit. 

Sein Nachfolger wurde sein Sohn Rudolf I., der die Linie weiterführte und die politischen Strukturen im vormaligen Herrschaftsgebiet Ludwigs auf eigene Weise fortsetzte.