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Wilhelm I., Herzog

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-Straubing

* 12.05.1330 (Frankfurt am Main) – † 04.1389 (Le Quesnoy)

Wilhelm I.

Kinder

Keine Kinder erfasst
Wilhelm I. von Bayern, auch bekannt als Wilhelm von Niederbayern-Straubing, war eine zentrale Figur des Hauses Wittelsbach im 14. Jahrhundert, dessen Herrschaftsbereich sich von den Alpen bis an die Nordseeküste erstreckte. Er wurde 1330 als Sohn von Kaiser Ludwig dem Bayern und dessen zweiter Gemahlin Margarethe von Holland geboren. Sein Leben war geprägt von der massiven Ausweitung der wittelsbachischen Hausmacht durch das Erbe seiner Mutter, die ihm die Grafschaften Holland, Zeeland und Hennegau hinterließ.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1347 regierte er zunächst gemeinsam mit seinen fünf Brüdern, doch im Landsberger Vertrag und den darauffolgenden Teilungen wurde das Erbe aufgesplittet. Wilhelm erhielt zusammen mit seinem Bruder Albrecht I. das Teilherzogtum Bayern-Straubing, das neben niederbayerischen Gebieten vor allem die reichen niederländischen Grafschaften umfasste. Dieser Herrschaftskomplex wird in der Geschichtsschreibung oft als Straubing-Holland bezeichnet und machte Wilhelm zu einem der mächtigsten Fürsten im Nordwesten Europas.

In den Niederlanden sah sich Wilhelm jedoch schweren inneren Konflikten gegenüber. Es kam zu einem langjährigen Bürgerkrieg zwischen den „Kabeljau-Anhängern“, die den jungen Herzog unterstützten, und den „Haken-Anhängern“, die auf der Seite seiner Mutter Margarethe standen. Wilhelm gelang es schließlich, sich militärisch und politisch durchzusetzen und seine Herrschaft in Holland und Zeeland zu festigen. Sein Hof in Den Haag wurde zu einem Zentrum ritterlicher Kultur, das eng mit den westeuropäischen Mächten England und Frankreich vernetzt war.

Die Regierungszeit Wilhelms I. nahm jedoch ein tragisches Ende. Im Jahr 1358 erlitt er einen geistigen Zusammenbruch, der ihn für den Rest seines Lebens regierungsunfähig machte. Die Gründe für diese plötzliche Erkrankung blieben rätselhaft, führten aber dazu, dass sein Bruder Albrecht I. die Regentschaft übernahm und das Land über Jahrzehnte hinweg leitete. Wilhelm verbrachte seine letzten 30 Jahre in Verwahrung auf dem Schloss Le Quesnoy in Hennegau, wo er 1389 verstarb.

Durch seinen Tod und die vorangegangene Regentschaft Albrechts blieb die Linie Bayern-Straubing zwar stabil, doch Wilhelms Schicksal verhinderte eine weitere aktive Expansion seiner persönlichen Macht. Er wurde in Valenciennes beigesetzt. Sein Erbe sicherte den Wittelsbachern für fast ein weiteres Jahrhundert den Einfluss an der Mündung von Rhein und Maas, bis die Gebiete schließlich an das Haus Burgund fielen.
Quelle
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Bayern)