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Louis-Alexandre Berthier, Fürst von Wagram und Herzog von Neuchâtel

Haus: Fürst von Wagram, Herzog von Neuchâtel

* 20.11.1753 (Versailles) – † 01.05.1815 (Bamberg) · St. Quirin

Louis-Alexandre Berthier
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Der Titel des **Fürsten von Wagram und Herzogs von Neuchâtel** ist untrennbar mit dem Namen **Louis-Alexandre Berthier** (1753–1815) verbunden, dem langjährigen Generalstabschef und engsten Vertrauten Napoleons. Berthier war eine Schlüsselfigur des napoleonischen Zeitalters und verkörperte die Verbindung zwischen dem revolutionären Frankreich und den alten europäischen Dynastien, insbesondere dem Haus Wittelsbach.

Durch seinen persönlichen Einsatz und seine organisatorische Genialität wurde Berthier von Napoleon mit Titeln und Ländereien überhäuft. 1806 ernannte ihn der Kaiser zum souveränen Fürsten von Neuchâtel und 1809, nach der siegreichen Schlacht bei Wagram, zum Fürsten von Wagram. Diese Titel markierten seinen Aufstieg in den höchsten europäischen Adel.

Die Verbindung zu München und dem Haus Wittelsbach wurde 1808 durch eine politisch motivierte Heirat zementiert: Auf Befehl Napoleons heiratete Berthier die **Prinzessin Maria Elisabeth in Bayern**, eine Nichte des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph. Diese Verbindung machte ihn zum Mitglied der erweiterten bayerischen Königsfamilie. In München und an der bayerischen Grenze (insbesondere während des Feldzugs von 1809) war Berthier eine prägende militärische und diplomatische Figur, die oft als Bindeglied zwischen den französischen Interessen und dem jungen Königreich Bayern fungierte.

Nach dem Sturz Napoleons fand Berthiers Leben ein dramatisches Ende in Franken. Er zog sich nach Bamberg zurück, wo er 1815 beim sogenannten „Bamberger Fenstersturz“ aus der Residenz ums Leben kam. Sein Tod unter ungeklärten Umständen (Unfall oder Suizid) beendete die Karriere eines Mannes, der zwischen den Welten stand. Seine sterblichen Überreste wurden schließlich in die **Wittelsbacher-Familiengruft in Tegernsee** überführt, wo er noch heute an der Seite seiner bayerischen Frau in einem Bronzesarkophag ruht. In der Münchner Stadtgeschichte bleibt er als jener „bayerische Marschall Frankreichs“ in Erinnerung, der die Epoche des Umbruchs wie kaum ein anderer mitgestaltet hat.