Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Adelgunde, Prinzessin von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 17.10.1870 (Lindau) – † 04.01.1958 (Sigmaringen) · Sigmaringen (Kloster Hedingen)

Ehen:
1. 20.01.1915 · mit Wilhelm von Hohenzollern
Adelgunde

Kinder

Keine Kinder erfasst
Adelgunde Auguste Charlotte Caroline Elisabeth Amalie Marie Sophie Louise von Bayern verkörperte als Prinzessin aus dem Hause Wittelsbach die engen dynastischen Verflechtungen des europäischen Hochadels im 19. Jahrhundert. Als Tochter von König Ludwig I. und Königin Therese wuchs sie in einem Umfeld auf, das gleichermaßen von strenger Etikette wie von einer tiefen Förderung von Kunst und Kultur geprägt war.

Durch ihre Vermählung mit Erzherzog Franz V. von Österreich-Este, dem späteren Herzog von Modena, weitete sich ihr Wirkungskreis über die bayerischen Landesgrenzen hinaus nach Italien aus. In der bewegten Ära des Risorgimento nahm sie die Rolle der Herzogin von Modena an. Die politische Instabilität jener Zeit zwang das Paar jedoch schließlich dazu, Italien zu verlassen und im österreichischen Exil sowie auf ihren Besitzungen in Bayern Zuflucht zu suchen.

Nach dem Tod ihres Gemahls kehrte Adelgunde dauerhaft in ihre Münchner Heimat zurück. Am bayerischen Hof nahm sie fortan eine zentrale Stellung ein. Besonders unter der Regentschaft ihres Bruders Luitpold galt sie als einflussreiche Figur im Hintergrund, die das gesellschaftliche Leben der Residenzstadt maßgeblich mitgestaltete. Ihr Auftreten war von einer tiefen Religiosität und einer konservativen Grundhaltung geprägt, wobei sie stets eine starke Bindung zu ihrer weitverzweigten Familie pflegte. Innerhalb der Münchner Stadtgesellschaft blieb sie bis ins hohe Alter als „Tante Modena“ eine hochgeachtete Persönlichkeit, die die Traditionen der Wittelsbacher Monarchie mit großer Würde repräsentierte und die Verbindung zwischen dem bayerischen Königshaus und den Habsburgern lebendig hielt. Ihr Lebensweg spiegelt somit die Transformationen eines aristokratischen Frauenlebens zwischen repräsentativer Pflicht und den Umbrüchen der europäischen Moderne wider.