Johann Wilhelm von der Pfalz Pfalzgraf-Kurfürst

Johann Wilhelm von der Pfalz, Pfalzgraf-Kurfürst

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Neuburg

* 19.04.1658 (Düsseldorf) – † 08.06.1716 (Düsseldorf) Düsseldorf /Mousoleum in der Hofkirche St. Andreas

Ehen:
1. 25.10.1678 in Wiener Neustadt · mit Maria Anna Josepha von Österreich
2. 29.04.1691 in Florenz · mit Anna Maria Luisa de Medici
Johann Wilhelm von der Pfalz
Johann Wilhelm Kurfürst Pfalz
Johann Wilhelm Kurfürst Pfalz
Schwanthaler Ludwig von · 1837
Residenz

Kinder

Johann Wilhelm von der Pfalz, im Volksmund oft „Jan Wellem“ genannt, entstammte der Linie Pfalz-Neuburg des Hauses Wittelsbach. Als Sohn des Kurfürsten Philipp Wilhelm und der Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt übernahm er die Regierungsverantwortung in einer politisch wie kulturell prägenden Ära für das Rheinland und die Pfalz.

Seine Herrschaft war durch eine glanzvolle Hofhaltung in Düsseldorf gekennzeichnet, die er zu einer bedeutenden europäischen Kunstmetropole ausbaute. Besonders hervorzuheben ist seine Förderung der Malerei und Musik; die von ihm begründete Gemäldegalerie legte den Grundstock für bedeutende heutige Sammlungen. In religiöser Hinsicht setzte er sich für die Gleichberechtigung der Konfessionen in seinen Territorien ein, was in der pfälzischen Religionsdeklaration mündete.

Dynastisch war er in erster Ehe mit Maria Anna Josepha von Österreich, einer Tochter Kaiser Leopolds I., verbunden. Nach deren frühem Tod vermählte er sich mit Anna Maria Luisa de’ Medici, der letzten Angehörigen des berühmten Florentiner Hauses. Trotz dieser hochrangigen Verbindungen blieben beide Ehen kinderlos. Da er ohne direkten Erben verstarb, ging die Kurwürde und die Herrschaft über die vereinigten Herzogtümer Jülich-Berg und die Pfalz auf seinen jüngeren Bruder Karl Philipp über. Sein Wirken bleibt vor allem durch die architektonische und kulturelle Blütezeit der Stadt Düsseldorf sowie seine Rolle als Kunstmäzen im kollektiven Gedächtnis verankert.