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Ludwig III. der Bärtige, Kurfürst von der Pfalz

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Heidelberg

* 23.01.1378 – † 30.12.1436 (Heidelberg) · Heiliggeistkirche

Ehen:
1. 06.07.1402 in Köln · mit Blanca von England
2. 30.11.1417 in Pignerol · mit Mechthild von Savoyen
Ludwig III.

Kinder

Ludwig III. von der Pfalz entstammte dem Haus Wittelsbach und wuchs in einer Zeit auf, in der Macht, Frömmigkeit und dynastische Verantwortung eng miteinander verflochten waren. Als Sohn eines Pfalzgrafen und Königs lernte er früh die Mechanismen der Reichspolitik kennen und übernahm schon vor seiner eigentlichen Herrschaft wichtige Aufgaben. Er galt als pflichtbewusst, ernsthaft und tief religiös – Eigenschaften, die sein ganzes Leben prägten.

Nach dem Tod seines Vaters trat Ludwig die Kurfürstenwürde an und konzentrierte sich vor allem auf die Sicherung und Ordnung seines Territoriums. Anders als manche seiner Zeitgenossen strebte er nicht nach der Königskrone, sondern verstand seine Rolle als Kurfürst eher dienend und stabilisierend. Er pflegte enge Beziehungen zu anderen Reichsfürsten und zum König und spielte bei zentralen politischen Ereignissen eine vermittelnde und ausführende Rolle.

Besondere Bedeutung hatte für ihn die Förderung von Bildung und Kirche. Die Universität Heidelberg lag ihm sehr am Herzen; er unterstützte ihre Entwicklung und trug dazu bei, sie zu einem geistigen Zentrum des Reiches zu machen. Auch die berühmte Bibliotheca Palatina verdankte ihm wichtige Impulse. Sein religiöses Denken zeigte sich zudem in seiner Nähe zu kirchlichen Reformbewegungen und in seinem Engagement bei großen kirchlichen Versammlungen.

Persönliche Schicksalsschläge hinterließen tiefe Spuren. Der frühe Tod seines einzigen Sohnes traf ihn schwer und verstärkte seine Hinwendung zu Frömmigkeit und Innerlichkeit. Eine Pilgerreise ins Heilige Land wurde für ihn zu einem Wendepunkt. In seinen letzten Jahren zog er sich krankheitsbedingt zunehmend aus der aktiven Regierung zurück und überließ die Amtsgeschäfte einem Verwandten.

Ludwig III. blieb als nachdenklicher, religiös geprägter Herrscher in Erinnerung, der weniger durch Machtambitionen als durch Verantwortungssinn, Bildungsförderung und persönliche Frömmigkeit wirkte.