Friedrich Wilhelm I. Herzog

Friedrich Wilhelm I., Herzog

Haus: Wettiner Linie: Sachsen-Altenburg

* 25.04.1562 (Weimar) – † 07.07.1602 (Weimar)

Ehen:
1. 09.09.1591 in Neuburg an der Donau · mit Anna Maria
Friedrich Wilhelm I.

Kinder

Herzog Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar war ein bedeutender Vertreter der ernestinischen Linie des Hauses Wettin. Als ältester Sohn des Herzogs Johann Wilhelm und der Dorothea Susanne von Pfalz-Simmern übernahm er nach dem Tod seines Vaters die Regierungsgeschäfte in Sachsen-Weimar. Sein Wirken war geprägt von den konfessionellen Spannungen des späten 16. Jahrhunderts und der Notwendigkeit, die Stellung seines Hauses innerhalb des Reiches zu konsolidieren.

Besondere historische Relevanz erlangte er durch seine Tätigkeit als Administrator des Kurfürstentums Sachsen. Nach dem frühen Tod seines Verwandten, Kurfürst Christian I., wurde ihm die Vormundschaft über dessen minderjährige Söhne sowie die interimistische Leitung der kursächsischen Regierungsgeschäfte übertragen. In dieser Funktion agierte er als einflussreicher Akteur der Reichspolitik, wobei er eine streng lutherische Linie verfolgte und maßgeblich zur religiösen Stabilisierung im Sinne der Konkordienformel beitrug.

Privat war er in erster Ehe mit Sophia von Württemberg und in zweiter Ehe mit Anna Maria von Pfalz-Neuburg verheiratet. Aus diesen Verbindungen gingen zahlreiche Nachkommen hervor, die die verschiedenen ernestinischen Zweige weiterführten. Sein plötzlicher Tod in Weimar hinterließ eine Lücke in der thüringischen Landespolitik, woraufhin die Vormundschaft für seine eigenen Kinder wiederum auf die kursächsische Verwandtschaft überging. Sein Leben steht beispielhaft für die engen dynastischen Verflechtungen und die weitreichenden administrativen Aufgaben, die hochadlige Regenten im Zeitalter der Konfessionalisierung übernehmen mussten.