Blatt 34
Blatt 34 „enthält die Häuser Nr. 73, 74, 75 in der Lederergasse.
A. Das Thürlbadhaus Nr. 73 ist ursprünglich im Grundbuche auf Seb. Helmberger, Doctor und fürstl. Rath zu Straubing eingetragen. Später, 1578, war es Eigenthum des Bürgers Gabr. Riedler, 1610 des Hofschlossers Hanns Rauch, 1693 des kurfürstl. Hofraths Gg. Bened. Wagner, 1753 des kurfürstl. Truchseß Alois von Fuchsberg, 1763 des Baders und Wundarzts Jakob Heitmaier und 1788 des Wundarzts Anton Pitzl. „Dieses Haus hat einen Hof, ein kleines Gärtchen, 2 laufende Brunnen und Retiraden. Man kann vorne hinein, und bei dem Münzgäßchen am Bräuhausbache wieder hinaus gehen. Vorne an der Mitte des Hauses ist das Bild einer schmerzhaften Mutter Gottes mit der Unterschrift: Heil der Kranken. Am Hause steht der Vers:
„Hieher zu diesem Thürlbad
Gehört Grund, Durchgang und das Rad.“
Gleichwie denn auch der Eigenthümer dieses Hauses das Beschlächt [Uferbefestigung] und die Hälfte des Wasserbettes, so weit das Haus geht, unterhalten muss.“ In der 3. Etage desselben wohnte 1805 der kurfürstl. Hoftheater-Dekorationsmaler Joseph Quaglio, der Stammvater der geachteten Künstlerfamilie.
Von der Familie Schymel, welche das Thürlbad in ältester Zeit besaß, ist schon früher die Rede gewesen. Jetzt hat das Haus die Nummer 25, ist Eigenthum des Privatiers Hrn. Peter Semmelmaier und als Restauration „zur Scholastika“ wohlbekannt.
B. Das Haus Nr. 74 gehörte nacheinander (1592—1629) Weißgärbern, dann bis 1640 Gastgebern, 1755—1759 dem schon obengenannten kurfürstl. Truchseß Wilh. Alois von Fuchsberg und seiner Tochter Theresia, 1788 dem Max von Wuzelhofen, Edlen von Pienzenau auf Münchsdorf und Heidenkam und ward 1792 Eigenthum des Glasers Seb. Kircher, der eine werthvolle Kunstsammlung besaß und eine Glasschleiferei errichtete, in der Jos. Schmitzberger thätig war. Seine Nachkommen zählen zu den geachtetsten Glas- und Edelsteinschleifern der Gegenwart. Die untere Hälfte des Blattes zeigt mehrere Verlagsartikel Kircher’s. Das jetzt mit Nummer 24 bezeichnete Haus ist Eigenthum der Mechanikerswittwe Frau Anna Eurich.
C. „Das Schäfflerhaus Nr. 75 gehörte ursprünglich zum Glaserhause. Es liegt an einem kleinen Canal. In einer Nische steht ein Vesperbild von Erde.“ Der an seine Stelle getretene Neubau Nummer 23 ist dermal Eigenthum des Schäfflermeisters Herrn Jos. Buchwieser.