Blatt 30

Blatt 30 führt uns in die alte Franziskanerkirche zurück. „An der Seite der (Antoni-) Kapelle stand der Ritter Wilhelm Lew (Sr. Durchlaucht Herzog Ferdinands und Wilhelm Rath und Hofmeister, gest. 1613) in Stein ausgehauen in Lebensgröße mit dem Panier in der Hand kunstreich ausgearbeitet.“ Das Denkmal wurde nach Abbruch der Kirche auf Befehl des Kurfürsten Max Joseph IV. in die Frauenkirche hinter dem Hochaltar an der Wand befestigt.
„In der gräflich Hegnenbergischen Kapelle stand das schöne große Monument des Stifters der Kapelle (im Jahre 1557) Herrn Georgii Dux von Hegnenberg, Wiesenfeld und Oberhaunstadt. Er war ein Sohn Wilhelms IV. von Baiern mit Margar. geb. Fräulein Hausen zu Stettberg, welche der Herzog sich in der Folge ad morganaticam [zur linken Hand] antrauen ließ. Der (Kloster-) Chronikschreiber, Fr. Fortunatus Hueber, sagt von ihm: „„Dieser Stifter wird unter die vornehmsten Soldaten seiner Zeit gerühmt. Unter dem siegreichen Kaiser Karl V. war er im Felde ein Kapitän, und von ihm wegen seinen hohen und ansehnlichen geleisteten Kriegsdiensten ein Ritter des goldenen Vließes ernannt. Er hat bei Mailand den französischen König Franz I. gefangen, und ihn als König aus dem Armband erkannt. Diese Gefangenschaft ist geschehen 1525 am St. Mathiastage [Schlacht bei Pavia] sammt dem König von Navarra und anderen französischen Fürsten. Dabei wurden bei den Deutschen 8000 Mann erschlagen. Sein Heldenmuth hat den Skribenten sehr viel lobreiche Materien aufzuzeichnen vorgearbeitet. — Seinen Bart hat er so lang gepflegt, dass er darauf hat stehen können.““ Das schöne Monument steht gegenwärtig im Schloß Hofhegnenberg.“