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„Gegenwärtiger Kupferstich stellt die Häuser Nr. 78, 79 und 80 im Hackenviertel in der Kaufingergasse vor.“ Das Haus Nr. 78 — jetzt 12, das sogenannte Sabbadinihaus, ist Eigenthum der Kaufmanns-Wittwe Frau Elise Knorr, und gehörte 1519 dem Magister, Priester Sigmund Glonner, 1540—1585 der Familie Sonner, 1751 dem kurfürstl. Truchseß Karl Dietr. von Plötz, 1752 dem kurfürstl. geheimen Rath Grafen Max von Burgau, dann dessen Collegen Em. Ludw. Reichsgrafen von Leonrod, hierauf dem Straßeninspektor Joh. Ig. von Holzschuher, weiter dem Bürgermeister und Stadtkämmerer Benno von Reindl auf Mittelsbach, kam 1782 an den Handelsmann Angelo Sabbadini und 1804 an den Handelsmann H. P. Maffei. In der dritten Etage wohnte 1805 bis 15. März 1829, seinem Todestage, der bayerische Geschichtsforscher Lorenz Westenrieder. Im Laufe zweier Jahrhunderte war das Haus fünfmal Gasthaus.
Das Haus Nr. 79 — jetzt Nr. 13 und Eigenthum des Hoflederwaaren-Fabrikanten Herrn Chr. Kotz — kommt 1468 als Eigenthum des Metzgers Bartl. Faber vor und wurde in demselben von 1571—1731 fast ununterbrochen das Kochgeschäft ausgeübt. Der städtische Pumpbrunnen vor dem Hause ist erst in unsern Tagen beseitigt worden.
Das Haus Nr. 80 wurde „auf der Geiß“ genannt und kommt 1511 zum erstenmale vor. Im 3. Stockwerk wohnte 1805 „Gertraud Ettenhueberin, Wittwe des baier. Hofpoeten Mathias Ettenhueber...“. Jetzt ist das Haus mit Nummer 14 bezeichnet und Eigenthum des Hofkorbwaaren-Fabrikanten Herrn Jul. Mosler.

Die untere Hälfte des Kupferstiches stellt vor, „wie ein Klafter Holz durch einen hier verpflichteten Holzmesser gemessen wird. Die Versammlungsplätze der 16 Holzmesser sind die Hochbrücke, der eiserne Gitterbrunnen in der Sendlingergasse und der Platz vor der Michaelskirche. Der Lohn betrug für jedes Klafter 5 Kreuzer.“ (15 Pfennige.)