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Sagen & Geschichten

Blatt 12

„Dieses Haus No. 70 in der Kaufingergaße im Hackenviertel gelegen gehörte im Jahre 1576 an Siegm. Hoerl, des Raths allhier, 1657 an Claudi Eier, Bürgers und Materialistens seelige Erben“ und blieb bis ins XIX. Jahrhundert herein im Besitz der Eierischen Familie. Dermal trägt dasselbe die Hausnummer 11 und ist Eigenthum des Handelsmanns Herrn Albert Merk.

Für die Wohlhabenheit der Eierischen Familie spricht u. A. auch die Thatsache, daß im Jahre 1805 die Frau Therese Eier das ganze große Haus allein bewohnte. Sie war die Wittwe des Ign. Georg Jos. Eier, beider Rechte Licenziat und Handelsmann, der als ein besonderer Freund der schönen Künste bekannt war und eine Sammlung der vorzüglichsten Bücher und Kupferstiche besaß. Die Spezerei- und Materialwaaren-Handlung dieses Hauses ist die älteste in München. An dem Gewölbe des Verkaufsladens waren nach alter Sitte verschiedene „Naturseltenheiten“, wie ein kleines Krokodill, ein Rhinozeroshorn, ein Elephantenzahn etc. aufgehängt.

Von dem Fresko von Christoph Schwarz „der Kampf um die geraubten Sabinerinnen“, das dieses Haus schmückte, war schon im ersten Kapitel die Rede. Da der genannte Künstler im Jahre 1594 starb, dürfte er das Bild im Auftrage des Rathsmitglieds Sigm. Hoerl ausgeführt haben, der das Haus 1576 in Besitz hatte. Außer dem Hauptbilde sah man an dem Hause noch zahlreiche andere Fresken allegorischen und mythologischen Inhalts von Cosm. Dam. Asam aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.