Zum Inhalt springen
Menü

Sagen & Geschichten

Blatt 11

Die hier dargestellten Häuser Nr. 216, 217 und 218, auf dem unteren Anger, der Angerkirche gegenüber gelegen, haben den dermaligen Häusern Nr. 21, 22 und 23 Platz gemacht. Vor selben floß ehedem ein schmaler in Holz gefaßter Kanal aus dem Angerbach und ergoß sich unweit des Isarwinkels in den Kanal.

Das Haus Nr. 216 (nun 21) bildet die Ecke gegen das Gäßchen, durch welches man zum Rückengebäude ins Haus kommt. Es gehörte ursprünglich dem Angerkloster und wurde 1666 von demselben wieder zurückgekauft. Nun ist es Eigenthum des Maurermeisters Herrn Jos. Muckenthaler.

Das Haus Nr. 217, nun 22 und Eigenthum des Metzgermeisters Herrn Joh. Dormer, besteht aus zwei Häusern, deren eines auf die andere Angerseite (der Roßmarkt genannt) hinausgeht. Dort besaßen zu Anfang des XVII. Jahrhunderts „Claudius Gilet, Ihrer kurfürstl. Durchleucht Mundkoch allhier“ und „Erdmann und Balthasar Gilet“ zwei Häuser. Diese Gilet waren ohne Zweifel nahe Verwandte des berühmten Landschaftsmalers Claude Gellée (auch Gille und Gilli), genannt Lorrain, und gaben so Veranlassung zur Sage, daß der Künstler in München ein Haus besessen.

Das gleichfalls auf den oberen Anger durchgehende Haus Nr. 218 gehörte 1330 einem gewissen Eustachius Riedmaier und kam 1802 an die städtische Bennoni-Stiftung für Unterstützung der Schulen, Lehrjungen, Dienstboten und Armen. „Ehedem war das Haus mit Löwen und Tigern, so wie man sie in den Menagerien in vergitterte Behältnisse sperrt, übermalt.“

In der unteren Hälfte des Blattes sehen wir eine Tischlerwerkstätte mit zahlreichen Werkzeugen und Arbeitsvorrichtungen, sowie einen fertigen Männerwaschtisch.