Blatt 13

„Stellt das Schwabingerthor vor. No. 286 im Kreuzviertel ist die Residenzwache. Nr. 287 1/2 ist der Schwabingerthorthurm, welcher seiner Zeit sehr schön muß übermalt gewesen sein. Man sieht noch daran das Stadtwappen, eine Sonnenuhr mit Genien und Bronceköpfen, dann die alte Thorbenennung: Unsers Herrn Thor.
Unter dem Bogen ist auf der einen Seite ein Crucifix mit Johannes und Maria, auf der anderen Christus, wie er auf dem Wege zu seiner nahen Bestimmung Abschied von seiner Mutter nimmt. – Am Hause Nr. 287, welches vom Stadtzöllner bewohnt wird, ist das Stadtwappen mit der Jahrzahl 1761 – dann ein Franziskus Xaverius, wobei im Grunde der Krebs, der das Crucifix aus dem Wasser bringt, und die Taufe eines Mohren angebracht ist; mit der Unterschrift:
Heiliger Franzisce Xaveri! wir bitten dich, ent
zünde uns in der wahren Liebe Gottes.
No. 1 ist das Haus der Pagerie, welches zur Residenz gehört. Selbes hat in den Fensterbögen Basreliefs, die Attributen des Kriegsstandes und der Wissenschaften als der beiden hohen Zwecke vorstellend, zu welchen diese adeligen Jünglinge hier erzogen werden.“
Das Schwabingerthor, dessen beide Außenthürme schon im vorigen Jahrhundert verschwanden, erhob sich auf dem heutigen freien Platze vor der Feldherrnhalle.

„Unten ist der nach der Münchener Schranne fahrende Getreidewagen eines Unterländer Bauers mit kräftigen Pferden vorgestellt. Das Mädchen, welches sich unter Wegs auf den Wagen gesetzt hat, bringt Lebensmittel und Geflügel mit auf den Markt. Der Fuhrknecht ist mit einer grobwollenen Kotze gegen Schnee und Regen gesichert. Die Kleidung der Bauern, so wie die Consistenz des Wagens zeugen von Wohlhabenheit.“