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Sagen & Geschichten

Bild 10

„Das Haus No. 170 im Angerviertel auf dem Anger“ (nun Sebastiansplatz Nr. 3) „gleich neben dem Hebammengäßchen bestand ursprünglich aus zwei Häusern. Jenes, welches mit dem Garten in das Hebammengäßchen hineingeht, gehörte zu einer Riedlischen Meßstiftung und wurde das Riedlerische Kaplanhaus genannt.“

Das Haus, welches die Fronte gegen den Sebastiansplatz macht, war 1595 Eigenthum des Metzgers Georg Sterz, und finden wir unter dessen späteren Besitzern u. A. 1605 Bernh. Partenhauser, fürstlichen Durchl. Rath zu Ingolstadt; 1629 Wilhelm Kern, beider Rechte Doktor, kurfürstl. Hofgerichtsadvokaten und des Stiftes Ebersberg Richter; 1665 dessen Amtsnachfolger Paul Kern und 1760 den Bürger und Melber Jos. Pöck, der auch das Riedler'sche Kaplanhaus kaufte.

An dem Hause waren gegen das Hebammengäßchen der hl. Florian, gegen den Sebastiansplatz die hl. Maria, der hl. Joseph, Benno und Johannes von Nepomuk gemalt. Darunter standen folgende Verse:

Jungfrau, die du rein das reinste Lamm geboren,
Zur Hülf der Sterblichen, und Zuflucht auserkoren,
Beschütze dieses Haus! Dein reinster Bräutigam,
St. Joseph, der vom Blut' des Königs David kam,
Leg' seine Vorbitt zu, und geb', daß Ruh und Frieden,
Lieb, Freundschaft, Einigkeit sei diesem Haus beschieden!
Johann von Nepomuk! Du großer Wundersmann,
Treib Unheil, Noth, Gefahr, und Schade weit hinan!
St. Benno, den das Land als Schutzpatron verehrt,
Durch deinen Vorspruch sey uns Gottes Heil beschert.
Ihr Himmelsbürger, Ihr, legt Eure Gnade bei,
Daß dieß ein Segen-Haus, und nicht des Fluches sei. 

17 J. P. 59

Dermal ist Herr Peter Strohofer, Tändler, Eigenthümer des Hauses.

Das Haus Nr. 171 (nun Nr. 4) gehörte ursprünglich dem Metzger Seb. Maier und war von 1588 bis 1768 ununterbrochen im Besitze von Metzgern. Jetzt ist es Eigenthum der Tändlerswittwe Frau Maria Westreicher. Das Madonnenbild an der Fronte ist längst verschwunden.

Unschlittwagen

„In der unteren Hälfte des Kupferstiches ist ein kleiner Wagen vorgestellt, in welchem die Metzger nach dem Schlachten Haut, Unschlitt, Eingeweide und die Füße der Ochsen nach Hause zu führen pflegen.“